Archiv des Autors: Katharina Schmidt

The Perth Mint

The Perth Mint

Australien gilt als zweitgrößter Produzent und als größter Exporteur von Barren aus frisch abgebautem und raffiniertem Golderz weltweit. Mit einer Prozesskapazität von 700 Tonnen Gold jährlich, verarbeitet die seit 2003 von der LBMA zertifizierte Perth Mint als eine der effizientesten Raffinerien der Welt über 92% des in Australien und im Asien-Pazifik-Raum gewonnen Goldes.

Aufgrund der großen Goldvorkommen in der Umgebung gründete der Visionär und erste Premierminister Westaustraliens Sir John Forrest die Perth Mint als dritte australische Filiale der britischen Royal Mint. Bis zur Abschaffung des Goldstandards in Großbritannien 1931 wurden dort circa 106 Millionen Sovereigns und 735.000 halbe Sovereigns als Umlaufmünzen für den australischen und britischen Zahlungsverkehr geprägt. Der Fokus der Münzprägestätte schwenkte danach für kurze Zeit um auf die Produktion von Feingoldbarren, bis von der Schatzkammer des Britischen Commenwealth aus der australischen Hauptstadt Canberra im Zuge des Krieges Hilfe bei der Produktion von australischem Münzgeld erbeten wurde.

1957 wurde in der Perth Mint das womöglich reinste Gold mit einem Reinheitsgrad von nahezu 999,999 erzeugt, woraufhin die äußerst beeindruckte Royal Mint etwas Gold als Messlatte für ihren eigenen Produktionsstandard anforderte. Die Perth Mint blieb unter britischer Obrigkeit bis die Führung zum 1. Juli 1970 an die Westaustralische Regierung übergeben wurde.

Ein bedeutender Schritt in der Geschichte der Perth Mint war die Übernahme durch die staatliche Gold Corporation, wodurch es ihr nun in Absprache mit der Schatzkammer des Commonwealth erlaubt war, Investoren und Sammlern weltweit in Australien als Zahlungsmittel zugelassene Münzen aus Gold, Silber und Platin anzubieten. In einer glänzenden Zeremonie wurde im April 1987 die goldene Münzserie Australian Nugget präsentiert.

Heute zählt die Perth Mint mit Akkreditierungen von den fünf bedeutendsten Goldhandelsbörsen fraglos zur weltweiten Elite der Münzprägeanstalten und kann neben dem Australian Nugget – seit 2008 bekannt als Kangaroo – eine sehr hohe Nachfrage an den hauseigenen Serien Australian Kookaburra und Koala in Silber, dem Platypus in Platin und der bekannten Lunar-Reihe in Gold und Silber verzeichnen. Seit diesem Jahr befinden sich mit den Rectangle Coins Gold und Silver Dragon die ersten rechteckigen Anlagemünzen der Münzprägeanstalt auf dem Markt. Als einer der größten Exporteure Australiens liefert die Perth Mint jährlich Gold-, Silber- und Platinbarren und -münzen im Wert von 18 Milliarden Dollar an Investoren aus über 100 Ländern.

Ringe für die Ewigkeit

Ringe für die Ewigkeit

Verlobte stehen bei der Planung ihrer Hochzeit immer wieder vor schwierigen Entscheidungen. Wo findet die Feier statt? Wer wird eingeladen? Und: Welche Eheringe sollen die Liebe besiegeln? Diese Entscheidung will gut überlegt sein, schließlich bleiben die Ringe − wie im Idealfall auch der Partner − für immer. Doch bei all den unterschiedlichen Materialien und Designs fällt die Auswahl oft schwer. Dominik Lochmann, Geschäftsführer der ESG, verrät, worauf zukünftige Ehepartner bei der Wahl ihrer Eheringe achten sollten.

Klassiker aus Gold

Viele setzen bei ihren Eheringen auf eine zeitlose und elegante Variante aus Gold. Da das Edelmetall in Reinform sehr weich ist, verleihen beigemischte Metalle wie Platin und Palladium, aber auch Silber und Kupfer dem Schmuck eine höhere Stabilität. Je nach Mischverhältnis entstehen diese sogenannten Legierungen in verschiedenen Farbtönen. Typisches Gelbgold setzt sich zum Beispiel neben Gold zu gleichen Teilen aus Kupfer und Silber zusammen. Auch Weißgold, das unter anderem Palladium enthalten kann, erfreut sich großer Beliebtheit. Im Normalfall schimmert diese Legierung gelblich-gräulich. Deshalb kommt oft noch eine sogenannte Rhodinierung zum Einsatz. „Dabei wird der Ring mit einem dünnen Metallfilm aus Rhodium überzogen, um einen silbrigen Glanz zu erzeugen. Im Laufe der Zeit nutzt sich die Beschichtung jedoch ab und muss erneuert werden“, erklärt Lochmann. Im Trend liegen auch wieder Ringe aus Roségold, einer Legierung mit einem etwas höheren Kupferanteil, der für einen rötlichen Schimmer sorgt. Neben der Farbe spielen auch Kriterien wie die Beständigkeit eine wichtige Rolle. Hier kommt es auf das richtige Material an, denn einige Edelmetalle sind härter und widerstandsfähiger als andere. So gilt zum Beispiel Platin als besonders robust und wenig anfällig für Gebrauchsspuren und Abrieb. Außerdem eignet es sich aufgrund seiner hohen Hautverträglichkeit gut für Allergiker.

Zeitlose Designs

Beim Eheringkauf sollten die Verlobten zudem bedenken, dass sich das ästhetische Empfinden mit der Zeit verändern kann. Was für jemanden heute als hübsch gilt, sagt ihm oder ihr in mehreren Jahren vielleicht nicht mehr zu. Deshalb stellen schlichte, zeitlose und bequeme Designs eine sichere Wahl dar. Falls die Ringe trotzdem irgendwann nicht mehr gefallen, bieten manche Goldschmiede an, sie nachträglich zu verändern. „Sollte das Eheglück nicht von Dauer sein, ist eine Scheideanstalt der optimale Ansprechpartner. Denn ohne den Schritt über etwaige Zwischenhändler kann der höchste Erlös für den Schmuck erzielt werden. Alternativ können sogenannte Scheidungsringe auch gemeinnützigen Initiativen gespendet werden, die mit dem Erlös unter anderem getrennt lebende Familien unterstützen“, informiert Lochmann abschließend.

Die Initiative „Scheidungsringe für Kinder“ der Flechtwerk 2+1 gGmbH unterstützt Kinder mit zwei Elternhäusern mit dem Erlös aus dem Verkauf ehemaliger Eheringe. Sie ermöglicht auf diese Weise getrennt lebenden Eltern, die innige Bindung zu ihren Kindern trotz finanzieller Widrigkeiten oder räumlicher Distanz aufrechtzuerhalten.

Palladiumpreis in luftigen Höhen!

Palladiumpreis in luftigen Höhen

Nahezu 18 Jahre ist es her, dass sich ein solches Bild zeigte. Palladium ist momentan nicht nur ähnlich teuer wie damals, sondern hat im Jahr 2017 und zu Beginn dieses Jahres bereits mehrfach die vorherige Rekordmarke gebrochen. Auch im Vergleich mit anderen Edelmetallen präsentierte sich Palladium im Vorjahr mit einem Preisanstieg um über 40% aus europäischer Sicht als absoluten Spitzenreiter. Trotz der momentanen Stabilisierungsphase scheint ein Ende des Höhenflugs noch längst nicht in Sicht – so zumindest diverse aktuelle Prognosen für den weiteren Verlauf 2018.

Ganz überraschend ist diese Entwicklung jedoch nicht.

Der letzte steile Preisanstieg im Jahre 2000 war dadurch bedingt, dass Russland, neben Südafrika, einer der zwei großen Palladiumexporteure, eine Zeit lang kein Palladium in den Westen exportierte, sodass es hier zu einem preistreibenden Engpass kam.
Dieses Mal ist neben dem, sich langsam aufgrund des Nachfragewachstums entwickelnden Angebotsdefizits vor allem die, durch den Dieselskandal bedingte Psychologie preistreibend.
Das Platingruppenmetall wird inzwischen zu ca. 80% in der Automobilindustrie zum Bau von Katalysatoren eingesetzt und zwar überwiegend in solchen, die in Benzinfahrzeugen verbaut sind. Da man davon ausgeht, dass sich das Verhältnis Benzin-/Dieselfahrzeuge stark zugunsten von Benzinmotoren neigen wird, erwarten viele eine nochmalige Steigerung der Palladiumnachfrage. Entsprechend fiel dadurch im Laufe des letzten Jahres natürlich auch der Platinpreis. Langfristig wird sich jedoch vermutlich alles wieder einpendeln, da für Benzinmotoren auch eine Katalysatorbeschichtung bestehend aus Platin in Verbindung mit Rhodium in Frage kommt, die bei einem niedrigen Platinpreis als Substitut durchaus wieder interessant werden kann.

Die Rolle als Spitzenreiter ist alles andere als sicher.

Palladium wird anders als Platin beim Abbau nicht primär ins Visier genommen, sondern vor allem als Nebenprodukt aus Kupfer- und Nickelerzen gewonnen. Das daraus resultierende, vergleichsweise nur schwache Angebot scheint die Nachfrage momentan nicht bedienen zu können. Zudem ist nicht auszuschließen, dass Palladium umgekehrt wieder durch das seit Ende September 2017 günstigere Platin verdrängt wird. Bedingt durch den hohen Preis sinkt bereits das Interesse an der Verwendung von Palladium in der Elektronik- und Schmuckindustrie.

Die Preisentwicklung von Palladium, Platin und Gold seit Januar 2017

Das Element im Fokus

Das seltene, silberweiße Element mit dem Symbol „Pd“ und der Ordnungszahl 46 ist neben Ruthenium, Rhodium, Osmium, Iridium und Platin Teil der Platinmetalle. Mit einer Dichte von 11,99g/m3 ist Palladium das absolute Fliegengewicht innerhalb der Gruppe. Ebenso besitzt es den niedrigsten Schmelzpunkt von 1554,9°C und zeigt sich am reaktivsten, obwohl keine Reaktion mit Sauerstoff stattfindet. So bleibt der Glanz erhalten und das Metall läuft an der gewöhnlichen Luft nicht an.

Entdeckt wurde Palladium 1803 in London vom Chemiker William H. Wollaston. Dieser hatte aufgrund der geringen Ausbeute an Platin in Königswasser – ein Gemisch aus konzentrierter Salzsäure und konzentrierter Salpetersäure – gelöste Erzreste untersucht und stieß nach diversen chemischen Reaktionen auf das bis dahin unbekannte Palladium. Benannt hat er es nach dem 1802 zum ersten Mal erfassten Asteroiden Pallas.

Durch die ihm spezifischen Eigenschaften wird es in den unterschiedlichsten Gebieten eingesetzt. Neben der Automobilindustrie setzt man auch in den Bereichen Elektronik, Dentaltechnik und Medizin sowie in der Uhren- und Schmuckherstellung auf Palladium.
In der Schmuckindustrie wurde Palladium früher vor allem als Legierungsbeimischmetall für Weißgold eingesetzt. Heute gibt es allerdings bereits ganze Kollektionen aus reinem Palladiumschmuck.
Als Investmentmetall führt Palladium, ebenso wie Platin, aufgrund seiner Mehrwertsteuerpflicht eher ein Schattendasein.