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Tafelsilber: Zeichen der gesellschaftlichen Stellung und finanzieller Notnagel zugleich

Tafelsilber bezeichnet nicht nur Besteck, sondern alle Elemente aus Edelmetall, die zu einem festlich gedeckten Tisch gehören:

1) Essgeschirr: beispielsweise Servierplatten, Gewürzbehälter oder Teller
2) Dekorationselemente: beispielsweise Kerzenständer oder Tafelaufsätze
3) Besteck: beispielsweise Messer, Löffel und Gabel

Früher ging man sogar von 36 Gedecken aus, heute beinhalten Sets meist 12 Exemplare. Früher wurde Tafelsilber vor allem in Adelshöfen verwendet, für große Festmahle mussten weit mehr als 36 Gedecke vorhanden sein, dazu kamen im 18. Jahrhundert auch Kaffee- und Teeservices.

Tafelsilber in alten Schätzen

Bereits in griechischer und römischer Zeit waren Tafelbestecke aus Silber, ab und zu auch aus Gold, in Gebrauch. Das Tafelsilber stand damals für eine hohe Stellung und bereits im zweiten Jahrhundert vor Christus gelangten Elemente des Tafelsilbers als Kriegsbeute nach Rom. Immer wieder wurden Schätze gefunden – auch in Germanien – die Teile von Tafelsilber enthielten. 1895 fand man in einer römischen Villa in Boscoreale beispielsweise einen Schatz, der aus 109 Teilen bestand. Ein Großteil der Fundstücke stammt aus der frühen römischen Kaiserzeit und beinhaltet diverse meisterhaft gearbeitete Gefäße. Am bekanntesten sind die Augustusbecher, Tiberiusbecher und Skelettbecher, welche sich beim Schatz befanden.

Für was das silberne Gedeck sonst noch verwendet wurde:

Zu Beginn wurden Tafelsilberstücke geschmiedet, erst ab etwa 1860 begann man sie im Sandformverfahren herzustellen und anschließend von Hand nachzubearbeiten.
Vor allem in der Renaissance stieg die Nachfrage bei Goldschmieden, vor allem Tafelsilber aus Augsburg und Hanau hatten an europäischen Höfen einen sehr guten Ruf.

Sowohl heute als auch früher wird Tafelsilber oft als finanzieller Notnagel betrachtet. Zwar war es früher, anders als heute, in regelmäßigem Einsatz, doch auch der Adel betrachtete das Tafelsilber als finanzielle Absicherung. Es wurde in Silberkammern aufbewahrt und es kam vor, dass es bei finanziellen Schwierigkeiten verpfändet wurde. Beispielsweise griff der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Maximilian I. zu diesem Mittel. 1496 erhielt Mailand für fünf Jahre sein Tafelsilber als Pfand. Aber auch andere Adelsmitglieder sahen das Tafelsilber als Edelmetallvorrat, denn schließlich konnte man es notfalls einschmelzen und daraus Münzen prägen lassen.

Tafelsilber-Sammlungen

Tafelsilber, vor allem alte Stücke, wird heutzutage sowohl von Privatleuten als auch öffentlichen Einrichtungen gesammelt und teilweise auch ausgestellt. 3.500 Einzelstücke des Tafelsilbers vom deutschen Hochadelsgeschlecht Wittelsbacher werden in der Silberkammer der Münchner Residenz aufbewahrt. Auch die Kurfürstin Elisabeth Auguste besaß in der Zeit des Rokoko Tafelsilber. Das Set aus 72 Teilen wird im Kurpfälzischen Museum in Heidelberg ausgestellt.
Das älteste erhaltene europäische Tafelsilber-Set wurde 2005 von einem US-amerikanischen Sammler ersteigert.  Zuvor wurde es 1615 vom Goldschmied David Altenstetter in Augsburg hergestellt und innerhalb einer Bankiersfamilie bis 2005 über mehrere Generationen vererbt.

Auch heute erben Leute altes Tafelsilber und manchen ist sein Wert gar nicht bewusst.
Vorab lässt sich sagen, dass die Stempelung Aufschluss über den eigentlichen Silbergehalt der Gegenstände gibt. Oft bleibt Tafelsilber über Generationen in der Familie, es ist jedoch auch nicht unüblich, dass dieses verkauft wird.

Informationen zum Ankauf durch die ESG finden Sie hier.

Gold im Laufe der Zeit – ein Einblick in die Geschichte des Goldes

Wegen der Beständigkeit, dem Glanz, der Seltenheit und seinem Wert wurde Gold in vielen Kulturen im Laufe der Zeit für Gegenstände, Währung und Schmuck verwendet. Bis heute hat es seinen Wert nicht verloren und spielt in der Industrie, als Investment und in der Schmuckherstellung eine wichtige Rolle.

Gold in der Urzeit und Frühgeschichte

Gold zählt zu den ersten Metallen, die von Menschen verarbeitet wurden. Die Goldgewinnung begann nachgewiesener Weise in der frühen Kupferzeit, es galt als gut zu verarbeiten und beständig.
Die Grabbeigaben aus Gold, welche im Gräberfeld von Warna in Bulgarien gefunden wurden, sind wohl die bislang ältesten Goldartefakte. Sie stammen aus der Zeit von 4600 bis 4300 v. Chr. Insgesamt sind mehr als 7.000 Goldobjekte aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. innerhalb von Osteuropa bekannt. In Mittel- und Nordeuropa treten solche Gegenstände aus Gold vor allem im 3. Jahrtausend v. Chr. auf. Meist handelt es sich auch hier um Grabbeigaben, beispielsweise in Form von Schmuck.

Das Römische Imperium

Rom galt als Weltreich und benötigte sehr viel Gold, um das stetig wachsende Reich unterhalten zu können. Innerhalb weniger Jahrhunderte gelang es den Römern, alle Edelmetallvorkommen von Spanien über Britannien und Rumänien bis Kleinasien zu erobern und unter ihre Kontrolle zu bringen.
Durch Eroberungskriege brachten die römischen Feldherren das Edelmetall in ihr Reich. Unter Cäsar wurde es beispielsweise sogar unter dem Volk verteilt. Dieses schätzte ihn daher sehr und es kam so auch nicht zu Aufständen, als er sich zum Diktator ernennen ließ. Also profitierten auch Einzelpersonen vom Gold. Luxus und Dekadenz beherrschten Rom mehrere Jahrhunderte. Außer Gold konnte das Weltreich kaum eigene Güter vorweisen. Als die Edelmetallvorräte knapp wurden, fiel es zunehmend schwerer, das Reich zu unterhalten. Mit der schwindenden wirtschaftlichen Kraft verschwand auch zunehmend die militärische Stärke. Das Römische Reich zerfiel im 4. Jahrhundert nach Christus.

Gold in Europa und Amerika

Das Gold wurde zu einem maßgeblichen Grund für Kriege und Eroberungszüge. Die Vormachtstellung hatten in der Neuzeit die europäischen Seemächte Spanien, Portugal, England und Italien inne. Nach der Entdeckung Amerikas 1492 lockte der Goldreichtum von indigenen Völkern in Mittel- und Südamerika Eroberer an. Vor allem Spanien schickte Entdecker, die Gold nach Europa brachten. So wurde Spanien für eine Zeit lang zur reichsten Nation Europas. Die betroffenen Kulturen Amerikas wurden durch die Eroberer und durch eingeschleppte Krankheiten zerstört.

Der rein amerikanische Goldrausch begann im Jahre 1799 mit dem Fund eines 17 Pfund schweren Goldnuggets durch den 12-jährigen Conrad Reed in North Carolina. Dies wird oft als der größte Goldrausch der Geschichte bezeichnet. Jahre lang kamen immer mehr Menschen nach North Carolina, mit dem Ziel, hier ihr Glück in Gold zu finden. Ab 1848 häuften sich Goldfunde in Kalifornien und so versuchten nun auch immer mehr Menschen dort ihr Glück. Zu Beginn erfolgte der Abbau nur oberirdisch, 1825 entdeckte die Menschheit jedoch, dass Gold auch unterirdisch vorkommt. Der Abbau in Australien und Südafrika startete.

Auch heute wird in Australien und den USA noch Gold abgebaut. Dieses findet beispielsweise als Anlageprodukt, Industriegut oder Schmuck Verwendung.

Deutsches Naturgold: Gold aus dem Fluss wird zur Medaille

Gold lässt sich nicht nur durch klassische Techniken wie beispielsweise Bergbau gewinnen. Es gibt auch außergewöhnliche und eher seltene Methoden der Goldgewinnung. So kann durch ein patentiertes Verfahren wertvolles Naturgold in Kieswerken herausgewaschen werden. Dieser Schatz aus deutschen Flüssen wird zu einzigartigen handgeprägten Medaillen und außergewöhnlichem Schmuck verarbeitet.

RIVERGOLD aus Baden-Baden gewinnt sein Gold ausschließlich in Kieswerken an Flüssen in Deutschland. Dazu gehören unter anderem der Rhein, die Elbe, die Isar und die Donau. Bei der Kiesgewinnung und späteren Aufbereitung wird das Naturgold automatisch mitgeborgen. RIVERGOLD wäscht dieses Gold mithilfe von speziellen Verfahren innerhalb des Verarbeitungsprozesses heraus. Zudem finden nach der Goldgewinnung keine zusätzlichen verarbeitenden Prozesse statt, welche die Umwelt belasten. Das Gold wird nicht weiter legiert, sondern bleibt in seiner natürlichen Reinheit erhalten.

Aus diesem Naturgold lässt RIVERGOLD in Zusammenarbeit mit dem Baden-Badener Medailleur Victor Huster beispielsweise handgefertigte Goldmedaillen entstehen. Manche davon bestehen aus dem sagenumwobenen Rheingold. Aufgrund von Geschichten wie dem Schatz der Nibelungen ist Rheingold fast jedem ein Begriff. Seit etwa dem 10. Jahrhundert sind Quellen bekannt, die auf diesen Schatz aus Gold anspielen. Jede der bekannten Geschichten ist unterschiedlich, doch ist immer von einem sagenhaften, manchmal fluchbeladenen Goldschatz die Rede.
In dieses mythische Gold wurden verschiedenste Motive eingeprägt – drei Prägebilder stellen wir in diesem Blogbeitrag vor.

Burg Breisach

Als „Mons Brisiacus“ bezeichneten die Römer einen Berg, der sich aus der Rheinebene erhob und von Rheinarmen zur Insel umschlossen wurde. Im 12. Jahrhundert wurde dort die Burg Breisach von vermutlich Berthold V. von Zähringen erbaut. 1294 wurde sie von den Habsburgern ausgebaut und 1315 zur Reichsburg erhoben. Städtische Besiedelungen umgaben die Festung. Die heutige Burg Breisach ist der Überrest dieser Festung auf dem Breisacher Münsterberg bei der Stadt Breisach am Rhein. Der heute friedlich und romantisch wirkende Ort verbirgt jedoch eine geschichtsträchtige Vergangenheit. Als eines der Schlachtzentren der sich im dreißigjährigen Krieg bekämpfenden Truppen, erduldeten die Habsburger Verteidiger 1638 eine siebenmonatige Belagerung durch schwedische und französische Truppen. Dieser Krieg war ein Konflikt zwischen 1618 und 1648 um die Führungsrolle im Heiligen Römischen Reich und Europa. Er begann als Religionskrieg und endete als Territorialkrieg. Aufgrund ihres Status als Reichsburg wurde die Burg Breisach von Mai bis Dezember 1638 belagert. Berichte über die Zustände in der Stadt während der Belagerung gibt es wenige – doch die, die es gibt, erzählen grausame Geschichten. So soll sich beispielsweise der Kannibalismus manifestiert haben, da man gehängt wurde, wenn man beim Hineinschmuggeln von Nahrung erwischt wurde. Es sollen sogar Friedhöfe bewacht worden sein, um zu verhindern, dass Verstorbene zu Nahrungszwecken wieder ausgegraben wurden. Von den etwa 4.000 Bewohnern sollen lediglich 150 überlebt haben.

Die Vorderseite der Medaille aus Gold, welche sich der Burg Breisach widmet, zeigt das Gesicht einer weinenden Frau. Diese steht für die Insel Breisach. Von unten tritt der Rhein ins Prägebild, welcher die Frau westlich und östlich umfließt. Vom Ufer aus sind Kanonen auf die Burg Breisach gerichtet, ihr Zentrum steht in Flammen und ein Totenkopf ziert ein brennendes Gebäude. Die Umrisse des Hinterkopfs der Frau gehen über zu denen eines Apfels, des „Zankapfels“. Dieser wird auch Apfel der Zwietracht genannt und symbolisiert den zentralen Punkt einer Auseinandersetzung und den Gegenstand des Streits. Darin sind die Wappen dreier Staaten zu erkennen. Diese gelten als aufeinander folgende Besitzer des Ortes Breisach. Zuerst der doppelköpfige Habsburger Adler, gefolgt von den königlichen französischen Lilien und dem Wappen Badens.

Eine römische Rheingaleere auf Gold geprägt

Auf der Medaille aus Rheingold ist eine segelnde römische Rheingaleere aus der „Classis Germanica“, der historischen römischen Rheinflotte zu sehen. Dabei handelt es sich um eine Teilstreitkraft der römischen Kriegsflotte. Sie galt als einer der größten Marineverbände des Römischen Reiches. Aufgestellt wurde die römische Rheinflotte etwa um 13. v. Chr. und sie bestand bis ins späte 4. Jahrhundert. Ihre Aufgabe war die Überwachung des gesamten Rheins ab der Einmündung des Vinxtbaches bei der Burg Rheineck. Zudem überwachte die Flotte auch den Küstenstreifen von Zuidersee (eine Bucht der Nordsee im Nordwesten der heutigen Niederlande) und den Küstenstreifen der Nordsee im Gebiet des Rhein-Maas-Schelde-Delta.

Mogontiacvm – das antike Mainz

Abgeleitet aus Mogon, einer keltischen Gottheit, wurde unter dem Namen Mogontiacvm im Jahr 32 vor der Zeitrechnung ein Zweilegionslager für 12.000 Soldaten errichtet. Dieses Legionslager gilt als Keimzelle des heutigen Mainz. Mogontiacvm blieb bis zum Ende der Römerzeit Hauptort der Provinz Germania Superior.
Als strategisch bedeutsamer Rheinübergang in das rechtsrheinische Decumatenland wurde die Steinpfeilerbrücke, welche im Prägebild der Medaille zu sehen ist, errichtet. Sie stammt von etwa 30 vor der Zeitrechnung. Unter den Römern trug die Brücke den Namen Pons Ingeniosus. Mittig durchzieht der Rhein das Bild. Auf beiden Uferseiten stehen je zwei hohe, runde Wehrtürme. Links am Ufer deutet sich die städtische Anlage an. Man erkennt weitere Türme der Befestigungen, dahinter Gebäude wie das Theater und ein Triumphbogen. Über den Fluss hinweg marschiert eine Legion von Mainz weg Richtung Brückenkopf. Die Soldaten folgen dem vorangetragenen Feldzeichen und stehen für die römische Absicht, ihre Reichsgrenze um den rechtsrheinischen Raum bis zum späteren Limes vorzuverlegen. Das Ostufer galt damals als das völlig unbekannte und gefährliche Terrain der Germania Magna. Oben rechts im Prägebild wird dieses unerforschtes Gelände durch den Herzynischen Wald dargestellt. In ihm findet sich ein Drachenkopf, eine Schlange und eine Kreatur mit Geweih. Unterhalb der Rheinbrücke lässt sich der gehörnte Flussgott „R(h)enus“ entdecken. Neben ihm ist eine Schiffskontur zu sehen und seine linke Hand lässt Wasser aus einer Amphore in den Rhein fließen.

Der CombiBar®: Edelmetallvielfalt in diversen Größen

Beim CombiBar® handelt es sich um eine dünne Tafel, bestehend aus mehreren Minibarren. Diese lassen sich an Sollbruchstellen verlustfrei voneinander trennen. Es gibt Tafelvariationen aus Gold, Silber, Platin oder Palladium. Sie gelten als Anlageprodukt mit der Option, später auch kleinere Edelmetallmengen wieder zu Geld machen zu können, ohne die gesamte Tafel verkaufen zu müssen. Allerdings sind CombiBars auch in verschiedener Anzahl als Geschenkideen erhältlich – beispielsweise als Geschenkbarren in einer Motivbox zu verschiedensten Anlässen oder als Kettenanhänger.

Geschichte des CombiBar®

2010 entstand der CombiBar® als Folge der Marktentwicklung während der Finanzkrise in Griechenland und 2011 wurde der Tafelbarren dann als Anlageprodukt eingeführt. In dieser Zeit kauften immer mehr Menschen Goldbarren aus Angst vor einem möglichen Währungskollaps, um sich dahingegen abzusichern. Kleine Stückelungen waren hierfür besonders beliebt, da man so auch geringe Goldmengen wieder verkaufen konnte. Jedoch fehlte es auf dem Markt an passenden Produkten, die den neuen Ankaufswünschen entsprachen und sich gleichzeitig noch kostengünstig anfertigen ließen. Daraufhin entwickelte und patentierte die ESG den CombiBar®. Das Produkt etablierte sich weltweit innerhalb kürzester Zeit als Standardanlageprodukt. Hergestellt werden CombiBar® Tafelbarren in jeder Variante von der LBMA und LPPM zertifizierten Schweizer Barrenprägeanstalt Valcambi SA. Außerhalb Deutschlands und Österreichs wird das Anlageprodukt auch exklusiv von Valcambi vertrieben.

Das spezielle Design und diverse Maße

Durch Sollbruchstellen lassen sich die einzelnen Minibarren von der Haupttafel per Hand durch einfaches Knicken abtrennen. Durch diese Methode lassen sich die Barren verlustfrei voneinander separieren und sowohl die große Tafel als auch der Minibarren wiegen danach das angegebene Gewicht.

In Gold gibt es diese einzelnen Minibarren in 0,5g, 1g oder 1/10 Unze – je nach Wahl der Haupttafel. Die 0,5g-Barren schließen sich zu 10g, 20g oder 50g zusammen und die 1g-Barren werden zusätzlich noch in 100g-Tafeln hergestellt. Die 1/10 Unze wird zu einer Unze kombiniert.
Platin und Palladium sind in 1g-Minibarren vertreten, welche zu 10g, 20g oder 50g Tafeln zusammengefügt werden.
Silberminibarren gibt es in zwei Größen: 10g und 1g. Beide Varianten sind in 10g, 20g, 50g oder 100g Tafeln erhältlich.

Jedoch gibt es sowohl in Gold als auch in Silber ebenfalls die Variante der CombiCoins. In Gold wäre das der CombiStar, eine sternförmige Münze mit fünf Zacken. Jede Zacke wiegt 1g und ist eine alleinstehende, abtrennbare Münze.
In Silber gibt es verschiedene Münztafeln. 1g Münzbarren schließen sich zu 100g Tafeln zusammen oder 10g Münzbarren lassen eine 10x10g Münztafel entstehen.

Altersvorsorge in Krisenzeiten – Vermögen zuverlässig absichern

Corona-Krise, Inflation und Krieg in der Ukraine – turbulente Ereignisse und steigende Preise verunsichern Sparer zunehmend. Hinzu kommt: Die Rente gilt momentan keinesfalls als sicher. Wie lässt sich in ungewissen Zeiten also am besten für die Zukunft vorsorgen? „Zurzeit investieren viele Deutsche vermehrt in Gold, da es hohen Inflationsraten standhält und eine stabile Wertanlage in Krisenzeiten darstellt“, weiß Dominik Lochmann, Geschäftsführer der ESG.

Gold als bewährtes Zahlungsmittel
Anders als beispielsweise Aktien wirft Gold keine regelmäßigen Renditen ab und dient aufgrund dessen in erster Linie als Absicherung des eigenen Vermögens. Da es auf der Welt nur ein begrenztes Vorkommen des Edelmetalls gibt, lässt es sich nicht unendlich vermehren und ist so vor großem Wertverlust geschützt. Folglich stellt Gold ein stabiles Zahlungsmittel dar – ganz im Gegensatz zu staatlichen Währungen. Für viele Menschen bildet das kostbare Edelmetall daher eine beliebte Möglichkeit der Altersvorsorge. Doch zu welchem Zeitpunkt sollten Anleger am besten investieren, um im Alter abgesichert zu sein? „Der Goldpreis stieg in den letzten Jahren immer dann am stärksten an, wenn die Kapitalmärkte großen Schwankungen unterlagen. Aus diesem Grund ist es ratsam, in einer Krise nicht in Panik zu verfallen und Gold zu sehr hohen Preisen zu kaufen. Stattdessen ist es sinnvoll, insbesondere während stabiler Marktverhältnisse regelmäßig in Edelmetalle zu investieren. Den Schwerpunkt sollten Anleger dabei auf Gold setzen, aber auch Silber, Platin und Palladium eignen sich hervorragend. Als grober Richtwert ist zu empfehlen, insgesamt 10 bis 20 Prozent des persönlichen Kapitals in Edelmetallen anzulegen“, meint Dominik Lochmann.

Flexibel investieren
Gold lässt sich in unterschiedlichen Formen erwerben. Bei einem physischen Kauf erhalten Anleger von einer Bank oder einem Edelmetallhändler reale Barren oder Münzen. Beim Kauf von sogenanntem Papiergold gibt es lediglich ein Zertifikat – der Besitz existiert somit nur auf dem Papier. Wer langfristig für seine Altersvorsorge anlegen möchte, erwirbt am besten physisches Gold, da es unabhängig von staatlichen Einflüssen einen bleibenden Wert behält. Entscheiden sich Anleger für diese Möglichkeit, bietet sich ihnen am Markt eine vielfältige Auswahl verschiedener Barren und Münzen. Die höchste Flexibilität generieren sogenannte CombiBars. „Hierbei handelt es sich um einen Verbund aus kleinen 0,5 g, 1 g oder 1/10 oz Goldbarren. Die 5 g, 10 g, 20 g, 1 oz, 50 g und 100 Gramm schweren Tafelbarren lassen sich durch Sollbruchstellen händisch und ohne Materialverlust in kleinere Stückelungen trennen. So können Anleger auf wirtschaftliche Veränderungen reagieren und jederzeit kleine Teile des Edelmetalls wieder verkaufen“, erklärt Dominik Lochmann. CombiBars eignen sich daher nicht nur für Menschen mit hohem Einkommen, sondern stellen ebenso eine zuverlässige Altersvorsorge für Investoren mit kleinem Budget dar.

Von fest zu flüssig – wenn Edelmetalle schmelzen

In der Natur kommen nur wenige reine Metalle vor – beispielsweise Gold und Silber. Gebrauchsmetalle, unter anderem Eisen, muss man durch aufwendige Verfahren herstellen. Andere Metalle wie Rhodium und Platin haben ihr natürliches Vorkommen als Minerale oder können aus Erzen gewonnen werden. So ist es möglich Palladium aus Nickel- und Kupfererzen zu gewinnen.

Doch eins haben alle Metalle gemeinsam:
Sie sind Feststoffe. Feststoffe schmelzen an ihrem jeweiligen Schmelzpunkt. Dieser liegt, abhängig vom Stoff der geschmolzen werden soll, bei einer anderen Temperatur. Hierbei wird der Aggregatzustand von fest zu flüssig und am Siedepunkt sogar gasförmig. So verhält es sich auch bei Metallen, diese schmelzen je nach der chemischen Zusammensetzung bei unterschiedlichen Temperaturen.
Grob gesagt stehen die Atome bei kalten Metallen, die sich also unter ihrem Schmelzpunkt befinden, sehr eng nebeneinander. Im festen Aggregatzustand bilden die Atome eine Ordnung – wird das Metall allerdings erhitzt, so löst sich die Ordnung. Die Atome bewegen sich und das Metall schmilzt. Erst wenn es abkühlt kehrt der feste Zustand zurück.

Auch die klassischen Edelmetalle haben somit sehr verschiedene Schmelzpunkte:

Silber: 961,78°C

Gold: 1064,18°C

Palladium: 1554,9°C

Platin: 1768,3°C

Rhodium: 1964°C

Es gibt verschiedene Gründe, um Edelmetalle zu schmelzen
Zum einen kann man sie so in eine bestimmte Form bringen, beispielsweise in Barren oder Münzen. Zum anderen kann man so Begleitmaterialien eliminieren, da diese meist geringere Schmelz- und Siedepunkte haben und somit früher verdampfen. Es bleibt also das Edelmetall ohne Verunreinigungen übrig.  Zudem ist es in flüssigem Zustand möglich, verschiedene Metalle miteinander zu vermischen. Man erhält so unterschiedliche Legierungen mit verschiedenen Edelmetallanteilen – beispielsweise 585er Gelbgold, welches aus 58,5% Feingold, 20,8% Silber und 20,7% Kupfer besteht. Dieses Gold gibt es auch in rötlicher Färbung – den Farbton erreicht man, indem der Silberanteil verringert und der Kupferanteil erhöht wird. Weißgold wird durch die Zugabe von Palladium, Platin, Silber oder Nickel gemischt. Durch Legierungen lassen sich also unter anderem die Farben der Edelmetalle verändern. Die Goldanteile reichen vom 333er Gold, also 33,3% Gold, bis hin zum Feingold, welches aus 99,9% Gold besteht. Solche Abstufungen lassen sich bei jedem Edelmetall finden. Beispielsweise werden aus Sterlingsilber (925er Silber) Schmuck, Gebrauchsgegenstände oder Münzen hergestellt. 800er Silber lässt sich unter anderem in der Herstellung von Besteck finden.

Jedoch wird Gold auch in der Zahnmedizin verwendet. Hier gibt es verschiedene Dentallegierungen, denn Gold wird als Füll- oder Ersatzstoff für Zähne benutzt. Die Legierungen haben die Aufgabe dem Gold wichtige chemische und physikalische Eigenschaften zu verleihen, damit es beständig und gesundheitsverträglich bleibt. Der Goldanteil im Zahngold schwankt zwischen 40 und 85 Prozent.

Meist werden für Legierungen in sämtlichen Bereichen Silber, Kupfer, Platin, Palladium oder Nickel verwendet, jedoch gibt es auch Varianten mit anderen Elementen. Hierbei kommen Stoffe wie Zink oder Zinn in Frage.

Wertvoll und praktisch – Kleine Goldmünzen als flexible Anlage

Ob Barren oder Münzen – in Gold zu investieren, erfreut sich seit langer Zeit großer Beliebtheit. „Das liegt unter anderem daran, dass das Edelmetall aufgrund seines begrenzten Vorkommens auch in Krisenzeiten kaum an Wert verliert. Deshalb stellt Gold beispielsweise während Inflationen einen guten Vermögensschutz dar. Insbesondere sogenannte Fractionals, also Münzen kleiner als eine Feinunze, erweisen sich für viele Anleger als sehr nützlich, da sie für mehr Flexibilität sorgen“, weiß Dominik Lochmann, Geschäftsführer der ESG.

Ganz nach Bedarf
Häufig beträgt eine klassische Anlagemünze einen Goldanteil von einer Feinunze (oz). Dies entspricht ungefähr 31 Gramm sowie einem mindestens vierstelligen Wert. Wer sein Erspartes in diese großen Münzen investiert, steht im Alltag allerdings manchmal vor ungeahnten Problemen: Besitzer müssen immer die gesamte Münze veräußern, auch wenn sie nur auf einen Bruchteil der Summe angewiesen sind – das übrig bleibende Geld wäre vor der Inflation also wieder ungeschützt. Um dieses Problem zu lösen und für mehr Flexibilität beim Investieren zu sorgen, gibt es Fractionals. „Benötigen Anleger beispielsweise 300 Euro, verkaufen sie nicht mehr eine große Münze im Wert von über 1.500 Euro, sondern eine kleinere Einheit“, erklärt Lochmann.

Nützliche Investition
Fractionals lassen sich beispielsweise in den Größen 1/2 oz, 1/4 oz, 1/10 oz und 1/20 oz erwerben. Letztere wiegt lediglich etwa 1,5 Gramm und hat somit einen Goldwert von aktuell unter hundert Euro. Kleine Münzeinheiten erweisen sich aber nicht nur beim Verkauf als praktisch, sondern auch beim Kauf. „Wer nicht viel Geld auf einmal investieren kann oder möchte, bekommt durch die kleinen Stückelungen die Möglichkeit, zumindest geringe Summen in Gold anzulegen. Außerdem stellen Münzen unter einer Feinunze auch beliebte Geschenke dar, da sie optisch ansprechend sind und zur finanziellen Sicherheit des Empfängers beitragen“, weiß Lochmann.

Gute Kombination wählen
Fractionals lassen sich unter anderem in Form von südafrikanischen Krügerrandmünzen, australischen Känguru-Goldmünzen, Wiener Philharmonikern und kanadischen Maple Leafs erwerben. Da allerdings pro Münze noch zusätzliche Prägekosten anfallen, sind mehrere Fractionals bei einer Investition von einer Feinunze Gold in der Gesamtsumme in der Regel teurer als eine klassische 1-oz-Münze, bei der die Herstellungskosten nur einmal gezahlt werden müssen. „Wer sich einen guten Preis bei kleinen Goldmengen wünscht, kann statt auf Münzen alternativ auch auf sogenannte CombiBars zurückgreifen. Bei diesen Barren lassen sich kleine Teile Gold durch Sollbruchstellen wie bei einer Tafel Schokolade abbrechen und veräußern. Auf diese Weise vereinen CombiBars geringe Prägekosten und eine hohe Flexibilität miteinander“, erklärt Lochmann abschließend.

Paul Kruger – die Kopfseite der Anlagemünze Krügerrand

Paul Kruger auf dem Krugerrand in Gold und Silber

Der Krügerrand ist eine der bekanntesten und beliebtesten Anlagemünzen überhaupt. Die Zahlseite ziert ein Springbock, doch wer ist der Mann auf der Kopfseite?

Stephanus Johannes Paulus Kruger lebte von 1825 bis 1904. Er war ein südafrikanischer Politiker und von 1882 bis 1902 sogar der Präsident der Südafrikanischen Republik. Er wird auch Paul Kruger genannt und stammte von deutschen Einwanderern ab.

Das Leben des Paul Kruger
Schon als Kind erlebte Kruger die Auseinandersetzungen zwischen Buren und den Briten mit. 1836 ließ sich seine Familie etwa 80 Kilometer von Johannesburg nieder. Kruger war Autodidakt und brachte sich nach und nach selbst Lesen und Schreiben bei, mit nur 16 Jahren erwarb er etwa 100 Kilometer von der elterlichen Farm seine eigene. 1842 heiratete er, doch seine Frau und das gemeinsame Kind verstarben wenige Jahre danach an Malaria. Nach ihrem Tod ging Kruger nochmals eine Ehe ein, in der 16 Kinder geboren wurden.

1854 wurde Kruger selbst zum Kommandanten der Stadt Rustenburg gewählt und die Burenrepublik Transvaal ernannte ihn 1864 zum Generalkommandanten ihrer Truppen. Als Großbritannien 1877 Transvaal erobern wollte, versuchte Kruger zunächst, durch Verhandlungen einen Rückzug der Briten zu erreichen. Als er scheiterte, stellte er zusammen mit anderen Burenführern ein Heer auf. Dieses gewann 1881 die Schlacht. Nachdem Transvaal daraufhin 1881 die Unabhängigkeit zugesichert wurde, wählte man Kruger 1882 zum Präsidenten des Burenstaates. Er gilt als einer der Gründerväter des heutigen Südafrika.

1904 verstarb Kruger im Alter von 78 Jahren. Seine sterblichen Überreste wurden am 16. Dezember 1904 im südafrikanischen Pretoria beigesetzt. Sein ehemaliger Amtssitz, das Krugerhaus, ist mittlerweile ein Museum. Das Grabmonument von Paul Kruger wurde bereits wiederholt das Opfer zielgerichteter Zerstörung. Am 30. März 1995 entstand ein erheblicher Schaden am gesamten Grabmal: Gesteinselemente und die Grababdeckplatte wurden stark beschädigt.

Paul Kruger auf dem Krügerrand
Seit 1967, dem Startjahr der Anlagemünze Krugerrand, ziert Paul Kruger die Kopfseite der Goldmünze. 2018 folgte die silberne Bullionversion, welche ebenfalls den ehemaligen Präsidenten zeigt. Der Krügerrand wird von der Rand Refinery bzw. der South African Mint geprägt und weltweit vertrieben.

Wertvolles Geschmeide – Edelmetalle in der Schmuckindustrie  

Schmuck hat viele Bedeutungen und Funktionen. Er wird aus diversen Materialien hergestellt und dient verschiedenen Zwecken.

„Schmuck“ als Begriff
Das Wort „Schmuck“ hat denselben Ursprung wie das Wort Geschmeide. Im Mittelhochdeutschen „gesmîdec“, was so viel wie leicht zu bearbeiten oder gestaltbar und geschmeidig bedeutet. Im Althochdeutschen handelt es sich um „smîda“, was man mit Metall übersetzen kann.

Den Begriff „Schmuck“ kann man zudem in einem weiten oder einem engen Sinn verstehen: Im weitesten Sinne sind Verzierungen allgemein Schmuck. Das können Verschönerungen zur optischen Aufwertung sein oder eine besondere Raumgestaltung und das in Szene setzen von bestimmten Gegenständen.
Enger gesehen bezeichnet der Begriff einen subjektiv als schön empfundenen Gegenstand. Im Normalfall handelt es sich dabei um Gegenstände, die am Körper selbst oder an der Kleidung getragen werden. Diese dienen der Zierde.

Die Verwendung von Schmuck
Die Verwendung von Schmuck als Ziergegenstand geht bis auf die Anfänge der Menschheit zurück. Forscher gehen davon aus, dass Menschen bereits vor 100.000 Jahren Muscheln als Schmuck benutzten. In Altsteinzeit wurden einfach- und mehrgliedrige Ketten als Halsschmuck getragen und die Menschen der Steinzeit nutzen in ihren Halsketten Muschel- und Schneckengehäuse, Tierzähne, Fischwirbel und Perlen. Es gab sogar schon Anhänger aus Knochen und Steinen. Als Kupfer und Bronze entdeckt und entsprechend verarbeitbar wurden, nutzte man diese Metalle in Form von beispielsweise Metallperlen, Ringen und Scheiben in der Schmuckherstellung. Die Verwendung organischer Stoffe oder von Steinen nahm immer weiter ab. Schmuck wurde also auch vom materiellen Wert her immer wertvoller und innerhalb der vorchristlichen Zeit diente er, neben anderen Gegenständen, als Grabbeigabe. Aber auch als Zeichen sozialer, territorialer und religiöser Gruppen war er üblich. Mit der Weiterentwicklung der Metallverarbeitung und der Entwicklung neuer Stoffe im 20. Jahrhundert wurde die Vielfalt der verwendeten Materialien bei der Schmuckanfertigung erweitert. Die Verwendung von kostbaren Materialien nahm zu und der Schmuck galt als Wertgegenstand, der auch bei Tauschgeschäften verwendet werden konnte.

Natürlich haben sich diverse Funktionen des Schmuckes entwickelt. Er kann zu rein ästhetischen Zwecken getragen werden, um die eigene Attraktivität zu steigern oder den eigenen Stellenwert in der Gesellschaft zu untermauern. Er kann auch eine soziale Funktion haben und dazu dienen, einen Status sichtbar zu machen, wie es beispielsweise die Kronjuwelen tun. Aber auch ein Bischofsring zeigt die soziale Zugehörigkeit zur Kirche und ein Ehering erfüllt ebenso einen Zuordnungsauftrag. Aber auch ein praktischer Gebrauch ist für Schmuck denkbar: Der Schlüsselring beispielsweise, also ein Ring, an dem ein sehr kurzer Schlüssel befestigt wird.  Ein weiteres Beispiel ist der Siegelring. Dieser wurde zur Beurkundung von Verträgen auf Ton oder Wachs genutzt.

Gold in der Schmuckindustrie
Die Verarbeitung von Gold zu Schmuckgegenständen reicht bis ins Alte Ägypten zurück. Beispielsweise beträgt das Gewicht des Goldes im Grab des ägyptischen Königs Tutenchamun von 1332 bis 1323 v. Chr. etwa neun Tonnen. Dieser Goldschatz besteht neben einer Totenmaske, einem Thron und zahlreichen Skulpturen auch aus Schmuck.

In der Vergangenheit diente Goldschmuck also als Grabbeigabe, zur Verzierung, aber auch als Wertreserve. In manchen Ländern, besonders in wirtschaftlich schwachen Ländern, gilt Goldschmuck als Reserve für Zeiten in Not. Aber auch die alte deutsche Tradition, dass Fischer, Seefahrer und Matrosen noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts einen goldenen Ohrring getragen haben, ist eine Art der Vermögenssicherung. Mit diesem Ohrring soll eine angemessene Beerdigung finanziert werden, falls sie nach einem Schiffsunglück an Land gespült werden sollten. Bis heute ist der Charakter des Schmuckes als Wertanlage geblieben und gerade Goldschmuck wird von Edelmetallhändlern wie der ESG angekauft.

Immer noch ist Goldschmuck sehr beliebt – ein beachtlicher Teil des geförderten Goldes wird für die Herstellung von Schmuck verwendet. Die Schmuckindustrie gilt damit als der größte Verarbeitungssektor von Gold. Ungefähr 2.000 Tonnen jährlich werden in Uhren, Ketten, Ringe, Armreife oder sonstige Schmuckstücke verarbeitet. Indien und China gelten als die beiden größten Märkte für Goldschmuck, zusammen sorgen sie für etwas über 50% der Goldnachfrage in diesem Bereich. Der Edelmetallgehalt dieser Gegenstände wird durch die sogenannte Repunze, welche international dieselbe Bedeutung hat, festgehalten und eingeprägt. Hochwertiger Schmuck wird üblicherweise aus Goldlegierungen mit einem Feingehalt von 750 oder höher angefertigt, dementsprechend trägt er einen Stempel mit mindestens 750. Doch die Wahl des verwendeten Feingehaltes wird von regionalen und kulturellen Vorlieben beeinflusst. Auf dem amerikanischen Kontinent sind vor allem 585 Goldlegierungen beliebt. In Südostasien und im chinesisch, thailändisch und malaiisch Kulturkreis geht dies traditionell sogar bis hin zum Schmuck aus reinem Feingold. Goldschmuck wird in der dortigen Kultur als besonders hochwertig betrachtet und hat einen besonderen Stellenwert. Die Anteile an ebenso enthaltenen Edelmetallen oder Begleitmaterialien wird bei der Stempelung von Goldschmuck nicht berücksichtigt.

Silber in der Schmuckindustrie
Silber ist ein sehr beliebter Rohstoff, wenn es um die Schmuckherstellung geht. Neben Gold ist Silber eines der klassischen Metalle, aus denen Schmuckstücke angefertigt werden. Von der geförderten Menge Silber wird allerdings nur etwa 30% für die Herstellung von Schmuck verwendet, anders als es bei Gold der Fall ist.

Die gebräuchlichsten Silberlegierungen in der Schmuckindustrie haben einen Feingehalt von 800, 835, 925 und 935 Silber. 925er Silber wird auch als Sterlingsilber bezeichnet. Es gilt als die wichtigste Silberlegierung und wird beispielsweise zur Herstellung von Münzen, Schmuck und Besteck verwendet. Meist enthalten Silberlegierungen Kupfer, um das Silber beständiger zu machen. Reines Silber wäre als Schmuck viel zu weich und empfindlich. Je geringer der Anteil an Kupfer innerhalb einer Legierung ist, umso heller glänzt der spätere Schmuck. Trotz der Weichheit und der fehlenden Kratzfestigkeit ist Silber für die Schmuckherstellung gut geeignet. Silber gilt generell als gut verträglich, da es eine antibakterielle Wirkung hat.

Rhodium in der Schmuckindustrie
Das Edelmetall wird in der Schmuckindustrie hauptsächlich als Beschichtung eingesetzt. Mit Rhodium beschichtete Flächen besitzen ein hohes Reflexionsvermögen, gleichzeitig sind diese Beschichtungen sehr hart und robust. Rhodium verhindert zudem das Anlaufen des verwendeten Hauptmetalls. Der Vorgang des Überziehens wird Rhodinieren genannt und regelmäßig bei Schmuck und Uhren eingesetzt.

Beim Rhodinieren handelt es sich grob gesagt um die Ummantelung von Oberflächen. Innerhalb dieses Vorgangs werden Metallionen abgeschieden. Diese haften dann über ein elektrolytisches Bad auf dem zu beschichtenden Gegenstand an und härten dort aus. Rhodium besitzt einen hohen Härtegrad, ist aber auch gut formbar und zäh, wodurch es sich gut verarbeiten lässt und als Beschichtung eignet. Das macht Rhodium zu einem beliebten Mittel in der Veredelung von Schmuckstücken, was für eine glatte und kratzfestere Oberfläche sorgt. Optisch zeichnet sich rhodinierter Schmuck durch einen gräulichen bis schwarzen Schimmer aus.

Platin in der Schmuckindustrie
Platin wurde vermutlich erstmals um 3.000 vor Chr. im Alten Ägypten in Schmuck verwendet, aber eine sichere Aussage über die Häufigkeit der Verwendung und Verarbeitung von Platin in dieser Zeit lässt sich nur schwer treffen. William Matthew Flinders Petrie, ein britischer Forscher, entdeckte jedenfalls 1895 altägyptischen Schmuck und es wurde festgestellt, dass eine kleine Menge Platin darin verwendet wurde.
Auch die Hochkulturen Südamerikas, beispielsweise die Mayas oder Inkas, sollen Platin bereits in kleinen Mengen verarbeitet haben.

Platin wird aufgrund einer hohen Haltbarkeit, Anlaufbeständigkeit und Seltenheit besonders für die Herstellung hochwertigen Schmucks verwendet. Es ist korrosionsbeständig und läuft nicht an, außerdem kann es aufgrund seiner Formbarkeit gut verarbeitet werden. Platinschmuck besitzt einen eigenen Glanz und es werden Legierungen mit einem hohen Feingehalt an Platin genutzt, beispielsweise einem Platinfeingehalt von 950. Aber auch in anderen Edelmetalllegierungen wird Platin verwendet.

Palladium in der Schmuckindustrie
Der zweitgrößte Abnehmer für Palladium ist die Schmuckindustrie: Eine beliebte Legierung für Schmuck ist Weißgold und zusammen mit Gold wird Palladium zu Weißgold legiert. Sonst werden vor allem Legierungen ab 500er Palladium verwendet und als weit verbreitet gelten vor allem 750er und 950er Palladiumlegierungen.

Informationen zum Schmuckankauf durch die ESG finden Sie hier:
https://www.scheideanstalt.de/was-wir-kaufen/schmuck/schmuckankauf

Valcambi

Beim Unternehmen Valcambi handelt es sich um eine Schweizer Scheideanstalt, die international tätig ist. Gold, Silber, Platin und Palladium werden hier sowohl raffiniert als auch in diverse Barren, Münzen und Medaillen, sowie Halbzeuge für die Schmuck- und Uhrenindustrie weiterverarbeitet. Der Unternehmenshaupsitz befindet sich in der Südostschweiz, genauer gesagt in Balerna. Die Edelmetallraffinerie von Valcambi ist eine der größten dedizierten Anlagen weltweit, auch sie befindet sich auf einem 3,3 Hektar großen Gelände in Balerna. Nach eigenen Angaben beschäftigt Valcambi derzeit 165 Mitarbeitern in ihrem Werk und den dazu gehörigen Büros.

Die Geschichte von Valcambi
Gegründet wurde Valcambi 1961 von einer Gruppe privater Schweizer Investoren. 1968 wurden Valcambis Goldbarren an der LBMA zugelassen und die damalige schweizerische Kreditanstalt (Credit Suisse) übernahm eine Mehrheitsbeteiligung des Unternehmens, die sie 1980 bis auf 100 Prozent aufstockte. 1972 folgte dann auch die Akkreditierung für Silberbarren von Valcambi und 1997 die Zulassung für Platin- und Palladiumbarren. Im Jahr 2001 zog sich die Kreditanstalt Credit Suisse Group aus strategischen Gründen zu großen Teilen aus dem Edelmetallgeschäft zurück. Aufgrund dessen wurde Valcambi 2003 an die European Gold Refineries (EGR) mit ihrem Sitz ebenfalls in Balerna verkauft. Bis Juli 2015 befanden sich 60,6% von EGR im Besitz des US-amerikanischen Unternehmens Newmont Mining. Die restlichen 39,4% blieben bei privaten Investoren, darunter auch die ursprünglichen Gründer. Dann gab der indische Gold- und Diamantenschmuckhersteller Rajesh Exports die gesamte Übernahme von Valcambi über eine seiner Tochterfirma in Singapur bekannt. Hierfür wurde eine neue Tochterfirma in der Schweiz gegründet: Global Gold Refineries (GGR). Heute ist Valcambi noch immer vollständig im Besitz von GGR mit Sitz in der Schweiz.

Valcambis Verwaltung
Valcambi hat einen Verwaltungsrat, der für die Festlegung und Überwachung der Ausrichtung, Strategie, Organisation und Verwaltung des Unternehmens zuständig ist.
Dieser Rat besteht aus zwei Mitgliedern und derzeit wird er durch Federico Domenghini (GGR) geleitet.

Das Managementteam von Valcambi sorgt für die Überwachung der Geschäftstätigkeit aller Abteilungen des Unternehmens und wird vom CEO geführt. Der Chief Executive Officer wird vom Verwaltungsrat ernannt, derzeit ist Michael Mesaric Valcambis CEO.

Zudem arbeitet das Unternehmen mit einem eigenen Team von erfahrenen Sicherheitsexperten zusammen, da die Raffinerie als Hochsicherheitskomplex gilt und rund um die Uhr durch verschiedene Überwachungs-, Kontroll- und Alarmsysteme geschützt wird.

Produkte von Valcambi
Valcambi hat eine jährliche Raffinationskapazität von ungefähr 2.000 Tonnen, wenn es um Gold, Silber und Platingruppenmetalle geht. Valcambi bietet neben der Aufarbeitung von Edelmetallen auch die Herstellung von gegossenen und geprägten Barren an. Die meisten Barren, die zwischen 1967 und 2003 durch Valcambi produziert wurden, trugen das Emblem der Credit Suisse und wurden auch durch die Kreditanstalt vertrieben. Als erste akkreditierte Raffinerie stellte Valcambi 1967 geprägte 1-Kilogramm-Goldbarren her. Zudem entwickelt und prüft das Unternehmen Spezialhalbzeuge für die Uhrenindustrie. Natürlich sind auch das Design und die Herstellung von Münzen, Medaillen, Rohlingen und komplexen Legierungen Teil des Leistungsspektrums von Valcambi.

Unter den Produkten der Schweizer Edelmetallraffinerie finden sich auch Kooperationsprojekte mit der ESG wie die 2011 patentierten CombiBar® Tafelbarren. Diese ermöglichten es erstmals einen Barren durch Sollbruchstellen von Hand verlustfrei in kleinere Barren zu teilen. Dieses Anlageprodukt gibt es aus Gold, Silber, Platin oder Palladium. Hergestellt werden alle Varianten des CombiBar® von der Prägeanstalt Valcambi SA und ebenso werden die Investmentprodukte durch sie international vertrieben.

2018 folgten die Responsible-Gold-Barren mit dem „Auropelli“ als Gemeinschaftsprodukt der ESG und Valcambi SA. Diese nachhaltig produzierten 999,9er Feingoldbarren gibt es in verschiedenen Größen zwischen 1 Gramm und 100 Gramm. Sie gelten als Investmentprodukt und werden ausschließlich aus Edelmetall streng dokumentierter und garantiert sicherer Herkunft gefertigt. Zur Herstellung verwendet Valcambi Gold aus Goldabbaugebieten in den USA. Die Minen in der Wüste Nevadas, die als Bezugsquelle genutzt werden, sind zertifiziert und handeln nach den Vorgaben wichtiger Institutionen wie UN, OECD, LBMA, ILO, IAIA und NEPA.