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Gold und Silber als luxuriöse Lebensmittelzusatzstoffe

Edelmetalle als Münzen oder Barren, in der Industrie oder als Schmuck – alles gängige und bekannte Verwendungen von Gold und Silber. Doch beide Metalle finden sich auch in der Lebensmittelindustrie wieder.

Lebensmittelzusatzstoff E 175 – das Gold zum Essen

Gold zählt mit Abstand zu den teuersten Lebensmittelzusätzen überhaupt. Da es sehr wertvoll und kostspielig ist, wird Gold meist nur als Luxusgut oder für sehr hochwertige Lebensmittel verwendet. Jedoch dient es hier nur der Optik, denn Gold weist keinen eigenen Geschmack auf. Es ist weder in Öl, noch in Wasser löslich und sehr farbstabil.

Des Öfteren kommt Gold bei Pralinen, Spirituosen wie Goldwasser, Torten oder hochwertigen Fleisch- und Fischprodukten vor. Ein Beispiel für letzteres wäre Blattgold-Lachs.

Gold hat insbesondere in der geringen Menge, die für Lebensmittel verwendet wird, keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit. Wichtig ist es jedoch, reine Echtgoldfarbstoffe oder Goldfarbblättchen zu nutzen, um Verunreinigungen durch fremde Schwermetalle zu vermeiden.

Lebensmittelzusatzstoff E 174 – Silber in Lebensmitteln

Silber ist nach Gold einer der teuersten Lebensmittelzusatzstoffe. Da Silber eine antibakterielle Wirkung hat, ist es in der Wasseraufbereitung und zur Entkeimung von Lebensmitteln gefragt. Hierfür wird es meistens in Filtern oder als Partikel verwendet. Aber es findet sich auch als Blättchen oder in Partikelform auf Lebensmitteln zur Zierde oder als Farbpigment wieder. Da es weder in Wasser, noch in Öl löslich und farbstabil ist, eignet es sich hierfür sehr gut.

Der Einsatz von Silber als Nahrungsmittel beschränkt sich im Normalfall auf ohnehin schon teure Produkte. Passende Beispiele sind Hochzeitstorten, Spirituosen oder Pralinen. Jedoch hat Silber keinen geschmacklichen Nutzen, sondern gilt nur als Dekoration.

Der Genuss von Silber ist im Allgemeinen unbedenklich, sodass ein gesunder Mensch keine negative gesundheitliche Beeinträchtigung zu befürchten hat. Jedoch sollten Menschen, die sehr empfindlich oder allergisch auf Silber reagieren, Abstand vom Zusatzstoff E 174 nehmen. Um eine Verträglichkeit gewährleisten zu können, muss das verwendete Silber von guter Qualität sein, um Verunreinigungen durch beispielsweise andere Metalle ausschließen zu können.

Das Imitat überzeugt nur auf den ersten Blick – der falsche Krügerrand

Aus Südafrika stammt die wohl bekannteste und beliebteste Anlagemünze der Welt. Seit 1967 gibt es den Krügerrand bereits und kurz darauf folgten auch schon die ersten Fälschungen dieses Klassikers.

Besonders tückisch sind hierbei Imitate aus Wolfram – denn dieses Metall stimmt bei vielen Eigenschaften mit Gold überein. Wolfram hat ein nahezu gleiches Gewicht wie Gold, somit können die Maße der Fälschung mit dem Original übereinstimmen und dabei ein Gewicht ergeben, welches innerhalb der Toleranz liegt. Wenn die Fälschung zusätzlich noch dick genug mit Gold überzogen ist, dann kommt man auch mit dem normalen Säuretest nicht weiter. Sogar beim Klangtest kommt die Wolframmünze sehr nah an den Originalton heran, daher ist auch hier eine Verwechslung möglich. Farblich entspricht das Imitat älteren Jahrgängen, die bereits im Umlauf waren.

Auch diese Fälschungen des Krügerrand kann man entlarven:

Schaut man sich den vermeidlichen Krügerrand unter der Lupe an, kann man kleine Unterschiede im Prägebild erkennen. Zum einen sind beim Portrait des südafrikanischen Politikers Paul Kruger oft Abweichungen zum Original zu erkennen. Seine Lippe scheint auf der Fälschung etwas ausgeprägter zu sein und der Backe fehlen leicht die Konturen.

Original Krügerrand

Krügerrand aus Wolfram

Auch im Bereich der Steppe unter dem Springbock gibt es kleine Unterschiede.

Original Krügerrand

Krügerrand aus Wolfram

Wenn man sich die Oberflächenbeschaffenheit der beiden Münzen anschaut, findet man auch hier Unterschiede. Die Fälschung weist einen zu hohen Goldanteil auf, was auf das fehlende Kupfer in der Legierung zurückzuführen ist.

Es ist anzunehmen, dass sich die Fälschungen nach und nach weiter verbessern und auch die Unterschiede in den Prägebildern immer geringer werden. Neben Wolfram sind natürlich auch Fälschungen aus anderen Materialen, beispielsweise Messing, möglich. Somit gibt es mittlerweile auch eine Vielzahl an Möglichkeiten, um Münzen auf ihre Echtheit zu überprüfen.

Im Ganzen gesehen sind Fälschungen des Krügerrand eher selten und nicht alle davon dienen einem Täuschungsversuch. Oft sind diese vermeintlichen Münzen als Ausstellungsstücke von beispielsweise Banken gedacht. Bei Münzen mit einem Originalgewicht und korrekten Maßen, bei welchen die Metallzusammensetzung stimmt, kann man aber überwiegend davon ausgehen, dass es sich um einen echten Krügerrand handelt. Die Anlagemünze befindet sich preislich nahe am Goldpreis, sodass eine Fälschung im Originalformat und aus einer stimmigen und echten Goldlegierung bei dieser Münze keinen Sinn ergeben würde. Anders ist es bei Münzen, deren Sammlerwert den Materialpreis weit übersteigt.

Gegossen oder geprägt – Herstellungsmethoden von Barren

Barren ist nicht gleich Barren. Zu allererst denkt man hier natürlich an Materialunterschiede, jedoch unterscheiden sie sich auch durch die Herstellungsart. Die zwei gängigen Sorten sind Gussbarren und Prägebarren, welche sehr unterschiedlich sind und jeweils eigene Vorteile und Nachteile mit sich bringen.

Gegossene Barren

Das Gussverfahren ist schon sehr alt, dabei hat sich die Methode seit dem Altertum im zugrundeliegenden Prozess kaum verändert:

Innerhalb der Herstellung wird das jeweilige Metall solange erhitzt, bis dieses schmilzt. Anschließend wird es in eine Gussform gegossen. Diese hat gewichtsspezifische Maße, die natürlich auch mit der typischen Gestaltung des Herstellers zusammenhängen. Es gibt zwei Varianten, mit denen die Daten des Barrens im Edelmetall verewigt werden. Entweder sind die notwendigen Angaben wie Gewicht, Edelmetall, Feingehalt und Hersteller bereits in der Gussform enthalten und übertragen sich beim Auskühlen in das Metall oder die Daten werden im Nachhinein aufgestempelt.

Es gibt Vorteile, die für diese Herstellungstechnik sprechen:

  1. Gussbarren sind Unikate. Jeder Barren hat einzigartige Unregelmäßigkeiten, Erstarrungslinien und Muster, welche auf die Fertigungsmethode zurückzuführen sind.
  2. Die Oberfläche ist unempfindlicher gegenüber Berührungen oder gar sehr leichten Kratzern, sodass die Barren guten Gewissens auch in die Hand genommen werden können.

Jedoch sind auch Nachteile zu entdecken:

  1. Gussbaren sind sehr schlicht und enthalten meist nur die nötigsten Angaben. Während manche genau das an dieser Art der Barren schätzen, vermissen andere ein ausgefeiltes und detailreiches Design.
  2. Die Barren können zudem an den Kanten und der Oberfläche etwas rau sein. Hierdurch sind sie zwar unempfindlicher gegenüber Kratzern, jedoch lassen sie eine glatte makellose Barrenoberfläche vermissen.
  3. Das Herstellungsverfahren ist aufwändiger als die Produktion von Prägebarren in Serienfertigung. Bei größeren Stückzahlen werden von einigen Hersteller jedoch bereits Gießroboter eingesetzt, um die Kosten und Aufwände im Herstellungsprozess zu verringern.
  4. Aufgrund der unregelmäßigen Oberfläche und den abgerundeten Kanten sind Gussbarren schlechter zu stapeln. Die Barrenbeschriftungen und die Lesbarkeit der Punzierungen können hierbei insbesondere bei kleinen Stückelungen leiden.

Geprägte Barren

Durch Prägeprozesse lassen sich akkurate und filigran gestaltete Barren herstellen. Die Fertigung erfolgt heute meist mithilfe einer Stranggießanlage. Zugrunde liegt somit wieder ein Gussprozess, aber dieser produziert einen langen Metallstreifen, der auf die exakte benötigte Dicke ausgewalzt wird. Aus diesem Edelmetallband werden Barrenrohlinge ausgestanzt. Haben alle Rohlinge dieselben Maße und dasselbe Gewicht, beginnt der eigentliche Prägeprozess. Die Barrenrohlinge werden hierfür in einen Schmelzofen eingebracht, um sie nochmals etwas zu erhitzen und dadurch weicher zu machen, was das Prägen erleichtert. Nun wird das warme Metall ähnlich wie bei der Münzherstellung einseitig oder beidseitig unter hohem Druck geprägt. Nach dem Prägen wird die Oberfläche gegebenenfalls nochmals poliert und gereinigt.

Vorteile:

  1. Ein Prägebarren kann wesentlich komplexer gestaltet sein als ein Gussbarren. Detailreiche und aufwendig gestaltete Prägebilder sind keine Seltenheit.
  2. Aufgrund der ebenmäßigen Oberfläche sind geprägte Barren sehr gut stapelbar.
  3. Bei kleineren Gewichtseinheiten lassen sich hohe Stückzahlen durch die Fließbandfertigung kostengünstiger herstellen als gegossene Barren.

Nachteile:

  1. Die Oberfläche ist sehr empfindlich gegenüber Kratzern, Schrammen und Berührungen, sodass die Barren vorzugsweise im Blister oder der schützenden Verpackung verbleiben und nicht in die Hand genommen werden sollten.
  2. Aufgrund der Empfindlichkeit können geprägte Barren oftmals nicht ohne Qualitätseinbußen mehrfach gehandelt werden.
  3. Bei Gewichtseinheiten über 100g ist es in der Fertigung schwierig, eine perfekte und ebenmäßige Oberfläche zu erzielen.

Chinesische Anlage- und Gedenkmünzen: Die China Gold Coin Inc.

Die China Gold Coin Incorporation (CGCI) wurde 1987 gegründet und ist in Shenzhen ansässig. Das Unternehmen steht unter direkter Aufsicht der Zentralbank Chinas, der People’s Bank of China.

Neben der Hauptgeschäftsstelle ist das Unternehmen über Verkaufsstellen in Peking und Shanghai vertreten. Für den internationalen Vertrieb der Produkte – hauptsächlich Europa und Amerika – ist die China Great Wall Coin Investment Ltd. mit Sitz in Hong Kong zuständig. Diese wurde ein Jahr nach der CGCI gegründet und gilt als Bindeglied des Produzenten zu den internationalen Großhändlern.

Münzen aus Gold und Co.

Die CGCI ist die offizielle Prägestätte für chinesische Anlagemünzen und Gedenkmünzen der Volksrepublik China. Dort werden Münzen in Gold, Silber, Platin und Palladium entworfen, hergestellt und letztendlich vermarktet. Zudem hat die China Gold Coin Inc. die Aufgabe, die inländische Nachfrage an Anlagemetallen im Blick zu behalten, zu planen und zu koordinieren.

Das bekannte Hauptmotiv der CGCI ist der Panda. Er gilt als nationales Symbol und als ältester Botschafter der Republik China. Die Münzserie mit dem Bären als Motiv wird bereits seit 1982 ausgegeben. Zudem stellt das Unternehmen Gedenkmünzen mit Motiven aus chinesischen Geschichten her.

Heraeus: von Apotheken hin zum Edelmetallgeschäft

Heraeus kann auf eine lange Unternehmensgeschichte zurückblicken – bis ins 17. Jahrhundert geht sie zurück.

1660 übernimmt Isaac Heraeus eine Apotheke in Hanau und eröffnet in derselben Stadt 8 Jahre später eine weitere. Heraeus entwickelte sich über sechs Generationen stetig weiter und 1851 übernimmt der Apotheker und Chemiker Wilhelm Carl Heraeus die Apotheken. Jedoch wird er durch die Goldschmiedekunst in Hanau auf die Probleme bei der Verarbeitung von Platin aufmerksam gemacht. 1856 gelingt es ihm, Platin mit einem eigens entwickelten Verfahren zu schmelzen und die „Erste Deutsche Platinschmelze“ war geboren. Heraeus gewinnt Kunden aus der Schmuckindustrie und anderen industriellen Bereichen wie Zahnfabriken und Laboratorien. 1889 übernehmen die Brüder Wilhelm und Heinrich Heraeus das Unternehmen und profitieren von der voranschreitenden Industrialisierung. Platin ist ein gefragter Rohstoff und der Absatzmarkt weitet sich auch auf die USA aus. 1909 wird Heraeus in die W. C. Heraeus GmbH umgewandelt und ist zur größten Platinschmelze der Welt mit über 400 Beschäftigten geworden.

Nach Ende des ersten Weltkriegs fiel das Geschäft mit den USA weg und die Platinvorräte galten als fast aufgebraucht. Doch der Forscherdrang ist ungebrochen und es werden neue Geschäftsfelder erschlossen sowie alternative Edelmetalllegierungen entwickelt. In den 1920ern übernimmt die nächste Generation die Geschäfte und das Familienunternehmen wächst weiter bis hin zum Multi-Produkt-Konzern. Nach Ende des zweiten Weltkriegs steigt Heraeus zu Beginn mit der Herstellung von Konsumgütern wieder in die Wirtschaft ein, bis erneut mit der herkömmlichen Produktfertigung gestartet wird.

1983 übernimmt Dr. Jürgen Heraeus die Unternehmensleitung. Unter seiner Führung entwickelt sich das Unternehmen zu einem global agierenden Technologiekonzern und es entstehen in Folge einer Umstrukturierung fünf Kernkompetenzen und Geschäftsbereiche – unter anderem Edelmetalle/Metalle oder Dental- und Medizinprodukte.
2017 übernimmt Heraeus den Edelmetallverarbeiter Argor-Heraeus aus der Schweiz und wird zu einem großen Anbieter von Edelmetalldienstleistungen.
Heute gehört Heraeus zu den weltweit führenden Anbietern von Edelmetallprodukten und als feste Größe in den Bereichen Verarbeitung, Handel und Recycling von Edelmetallen.

Chinesischer Drache ziert Münzbarren aus Gold

Münzbarren wurden ursprünglich aus Steuergründen erfunden und hergestellt, da auf Silberbarren ein normaler Mehrwertsteuersatz von 19% liegt, damals jedoch nicht auf Silbermünzen. Da es keine grundsätzlich vorgeschriebene Form für Zahlungsmittel aus Metall gibt, waren Münzbarren eine praktische Alternative. Zudem ist die Herstellung von Barren und somit auch von Münzbarren meist günstiger als die von Münzen.

Mittlerweile beschränken sich Münzbarren jedoch nicht mehr nur auf Silber. Zwar kann Anlagegold generell mehrwertsteuerfrei erworben werden, jedoch gibt es auch Münzbarren aus Gold. Ein Beispiel ist der Münzbarren Rectangular Dragon der Perth Mint, welchen es neben Silber eben auch in Gold gibt.

Der Rectangular Dragon Münzbarren

Seit 2018 gibt die australische Perth Mint diesen Münzbarren aus Gold aus. Den Namen trägt die Münze aufgrund der ungewöhnlichen rechteckigen Barrenform.

Auf der Motivseite wird immer mindestens ein chinesischer Drache dargestellt. Das Motiv wechselt jährlich. Zudem ist jeweils eine flammende Perle zu erkennen. Die Flammenperle ist ein Sinnbild für Weisheit und Erleuchtung. Der Drache steht unter anderem für Macht, Stärke, Wohlstand und Glück.

Die Kopfseite zeigt wie bei australischen Münze üblich ein Abbild von Königin Elizabeth II. Das Porträt befindet sich mittig auf einem leicht abgesetzten rechteckigen Feld. Oberhalb ihrer Darstellung sind das Ausgabeland, das Feingewicht sowie die Feinheit eingeprägt. Unterhalb der Queen steht der Nennwert. Über dem viereckigen Feld steht „ELIZABETH II“ und darunter das Ausgabejahr.

Die Freiheitsgöttin auf einer mexikanischen Anlagemünze: Die Libertad

Die Anlagemünze „Libertad“ trägt keinen geprägten Nennwert, gilt aber trotzdem als gesetzliches Zahlungsmittel in Mexiko. Der jeweils aktuelle Wert ergibt sich somit aus dem täglichen Börsenpreis des Edelmetalls und wird entsprechend dem Feingewicht errechnet.

Den Namen „Libertad“ trägt die Münze aufgrund ihres Motivs – dieses zeigt die Freiheitsgöttin Libertad. Die geflügelte Frauenfigur mir einem Siegeskranz findet man an vielen Stellen, beispielsweise auch in Berlin auf der Siegessäule.

Zu Beginn gab es die Libertad aus Gold, geprägt wurde sie erstmals 1981. Zwischen 1981 und 1990 wurden die Goldmünzen noch in 900/1000 Gold mit Silberzuschlag und der damals gängigen Münzgeldqualität geprägt. Hergestellt wurde die goldene Libertad in 1 Unze , ½ Unze und ¼ Unze.
Ab 1982 präsentierte die mexikanische Prägeanstalt „Casa de Moneda de México“ jährlich auch eine Libertad aus Silber.

Versionen I und II der Libertad

Die erste Version der Göttin auf der Motivseite der Münze zeigt sie aufrecht stehend und mit einem, um ihre Taille geschlungenen Gewand. In ihrem hoch gestreckten Arm hält sie einen Lorbeerkranz. Hinter ihrem Körper sind ihre aufgefächerten Flügel zu sehen. Die Libertad steht einbeinig inmitten einer hügligen Landschaft, am Horizont sieht man die Silhouette der beiden mexikanischen Vulkane „Iztaccihuatl“ und „Popocatépetl“.
Die Gegenseite präsentiert eine abgewandelte Version des offiziellen Wappens Mexikos. Sie zeigt einen, auf einer Opuntie sitzenden Adler, der im Schnabel und in einem Fang eine, sich windende Schlange hält. Unter dem Adlermotiv werden ein Eichen- und ein Olivenzweig von einem Band zusammengehalten und von Zweigspitze zu Zweigspitze steht „Estados Unidos Mexicanos“, was „Vereinigte Staaten von Mexiko“ bedeutet.

1991 wurde der Feingehalt der Goldmünze auf 999/1000 angehoben und die Silbermünze gab es ab diesem Zeitpunkt auch in ½, ¼, 1/10 und 1/20 Unzen. Die Darstellung der Libertad wurde durch die verbesserte Prägequalität kontrastreicher und detaillierter. In dieser sogenannten Version II steht seitlich neben „Mexico“ links das Prägejahr und rechts die Feinheitsangabe „Ley 999“.

Version III der Libertad

Ab 1995 entstand die dritte und aktuelle Version der Münze. Die Göttin steht nun auf einem Säulenkopf, ihr Körper ist nicht mehr frontal zu sehen, sondern seitlich gedreht und schwungvoll gebogen. Sie steht weiterhin auf einem Bein und ihre Flügel sind ausgeklappt. Den Siegeskranz hält sie waagerecht in der Hand des nach vorne ausgestreckten Armes. Im Hintergrund sind noch immer die beiden Vulkane zu sehen. Die Münzgegenseite der Goldmünzen zeigt bei den 1-Unzen-Stücken in der Mitte das beschriebene Wappen. Um das Wappen befindet sich ein Kreis aus den 10 Regionalwappen des Landes. Bei den kleineren Stückelungen fällt der Kreis mit den zusätzlichen Wappen weg und es wird nur das Wappen präsentiert. Zudem gibt es die Silbermünze nun auch in 2 und 5 Unzen und die Goldversion wurde um 1/10 und 1/20 Unze erweitert. Ab dem Jahr 2000 wurde auch die Wappendarstellung der Silbermünzen angepasst und die Stückelung geht nun bis zur 1 Kilogramm Münze.

Eine mögliche Zukunft der Förderung von Edelmetall liegt über den Wolken

Rohstoffe werden immer knapper – der Bedarf an Edelmetall in der Industrie, beispielsweise für die Telekommunikation ist jedoch ungebrochen.

Während bislang Edelmetalle überwiegend unter Tage auf der Erde abgebaut werden, sind auch Kometen, Asteroiden und Meteoriten reich an Edelmetallen. Sie enthalten auch Rohstoffe wie Platin oder Gold. Tatsächlich gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Konzentration von Metallen auf erreichbaren Asteroiden bis zu tausendfach höher ist als auf der Erde. Schätzungsweise 700.000 solcher Himmelskörper kreisen um die Sonne und etwa 17.000 davon in Erdnähe. Sie könnten theoretisch mit den heutigen technischen Mitteln angeflogen werden.

Die Erde gilt als Gesteinsplanet. Bei dieser Planetenart liegen Eisen und andere schwere Elemente überwiegend in der Nähe des Kerns und Stoffe wie Platin oder Gold werden oft auch eingeschmolzen. Bei Asteroiden liegen die Rohstoffe häufig an der Oberfläche und lassen sich so im Tagebau fördern. Solche Möglichkeiten wecken Interessen und auf dem Rohstoffkongress befasste sich der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) im Juli 2018 erstmals mit dem Weltraumbergbau. Das Thema wird in Deutschland bislang jedoch nur von wenigen Spezialisten betrachtet. Die technischen Hürden und die Kosten für Weltraumflüge sind momentan noch viel zu hoch für handfeste Projekte.

Zwei Himmelskörper als mögliches Ziel

Ein mögliches Ziel solcher Projekte könnte der 210 Kilometer große „16 Psyche“ sein. Er befindet sich im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Seine Bestandteile sind fast ausschließlich Rohstoffe wie Eisen, Nickel und Gold. Eine Theorie besagt, dass er ursprünglich der Kern eines marsgroßen Planeten gewesen sein könnte, der seine äußeren Schichten durch Kollisionen verlor. Der Wert seiner Ressourcen wird von der US-Raumfahrtbehörde NASA auf über 700 Trillionen Dollar geschätzt.

Eine weitere Möglichkeit wäre der kleine Asteroid „3554 Amun“. Er hat nur einen Durchmesser von 2,5 Kilometern. Seine Bahn verläuft größtenteils innerhalb der Erdbahn. Himmelskörper dieser Größe könnten 10.000 Tonnen Gold und 100.000 Tonnen Platin enthalten, errechnete die britische Asteroid Mining Corporation (AMC).

Edelmetall im Weltraum rechtlich betrachtet

Rechtlich gesehen ist diese Art von Weltraumbergbau eine Grauzone. Es stellt sich die Frage, wem die Asteroiden eigentlich gehören und wer die Rohstoffe abbauen darf. Zudem müssen mögliche Folgen geklärt werden, wie beispielsweise das Verlassen der Flugbahn nach dem Abbau von Rohstoffen und den dazugehörigen Gewichtsveränderungen.

Münzen, Schmuck und vieles mehr – außergewöhnliche Edelmetallfunde weltweit

Auf der ganzen Welt sind außergewöhnliche Edelmetallfunde bekannt. Einige davon stellen wir nun in diesem Blogbeitrag vor.

Edelmetallfunde in Hoxne Hoard

30 Kilogramm Gold- und Silbermünzen wurden 1992 in der Nähe der Ortschaft Hoxne in England gefunden. Bekannt wurde der Schatz als „Hoxne Hoard“.
Ursprünglich war der Finder des Schatzes dabei, das Feld seines Freundes mit einem Metalldetektor nach einem verlorenen Hammer abzusuchen. Er fand jedoch mehrere Goldmünzen, Gebrauchsgegenstände und Silbermünzen. Daraufhin wurden die Behörden informiert und ein Team von Archäologen barg den Schatz. Der Fund entspricht einem heutigen Wert von etwa 3,8 Millionen Euro. 1,75 Millionen Pfund wurden an den Entdecker des Schatzes ausgezahlt. Ausgestellt wird der Schatz und der verloren gegangene Hammer im Britischen Museum.

Keltischer Edelmetallfund in der Schweiz

Mit annähernd 300 Münzen aus Silber ist der Fund bei Füllinsdorf der größte keltische Edelmetall-Hort in der Schweiz. Auf einer Fläche von etwa 50 Quadratmetern wurden die Münzen verstreut gefunden, man geht aber davon aus, dass sie ursprünglich um 80/70 v. Chr. zusammen vergraben wurden.  Mit sehr wenigen Ausnahmen besteht der Schatz aus einem Münztyp und dessen Varianten: den Kaletedou-Quinaren. Den Namen haben sie von ihrer Aufschrift im griechischen Alphabet KAΛETEΔOY (= Kaletedou). Es handelt sich hierbei um einen keltischen Personennamen, vermutlich eines gallischen Anführers. Die Kaletedou-Quinare stammen ursprünglich aus Ostfrankreich, sind aber auch in der Schweiz nicht untypisch.

Zufälliger Fund bei Wien

Bei Bahnbauarbeiten in der Nähe von Wien sind Archäologen auf eine Siedlung der Urnenfelderzeit gestoßen. Man legte Reste von Wohngebäuden, Speicherbauten und Wertstätten frei. Es wurden auch seltene Goldobjekte gefunden. Den Fundplatz datierte man in die Zeit um 1000 v. Chr. Gefunden wurden beispielsweise ein golddurchwirktes Textil, Goldschalen und –spiralen. Laut den Ausgräbern könnte es ein, dass viele der Gegenstände ursprünglich aus Nordeuropa stammen.

Goldener Haarschmuck in Deutschland

Der bisher älteste datierte Edelmetallfund in Südwestdeutschland wurde im Herbst 2020 bei der Ausgrabung eines frühbronzezeitlichen Frauengrabs im Kreis Tübingen entdeckt. Der Fund soll etwa 3.800 Jahre alt sein und ist in Südwestdeutschland eher selten. Im Grab wurde eine Frau bestattet, die als Grabbeigabe ein Spiralröllchen aus Golddraht bei sich hatte. Vermutlich wurde es als Haarschmuck verwendet. Das Gold enthält rund 20 Prozent Silber, weniger als zwei Prozent Kupfer sowie Spuren von Platin und Zinn. Diese Zusammensetzung legt eine natürliche Goldlegierung nahe, wie sie typisch ist für Gold, das aus Flüssen gewaschen wurde.

Wertvolle Geldanlage oder Fälschung? – Echtheitsprüfung von Barren aus Gold

Wer beim Goldkauf auf Schnäppchenjagd geht, kann schnell in die Falle von Betrügern tappen. Häufig nutzen Schwindler Materialien wie Messing, Kupfer oder Wolfram und vergolden diese nur oberflächlich. „Ob Barren tatsächlich aus reinem Gold bestehen oder ob es sich um Fälschungen handelt, lässt sich durch verschiedene Tests herausfinden“, weiß Dominik Lochmann, Geschäftsführer der ESG.

Gold zu günstig, um wahr zu sein?

Um die Echtheit eines Goldbarrens einzuschätzen, dient der Preis als erster Anhaltspunkt. Im Internet lässt sich der tagesaktuelle Goldkurs leicht auf Seiten von Edelmetallhändlern und Banken finden. „Verlangt jemand dennoch deutlich weniger als den derzeitigen Goldwert, versucht er vermutlich zu betrügen. Schließlich entstehen für Verkäufer bei Onlineauktionshäusern zusätzliche Gebühren. Einen niedrigeren Preis für echtes Gold zu verlangen – insbesondere wenn dieser unterhalb des Ankaufspreises eines Edelmetallhändlers oder einer Bank liegt – würde finanzielle Verluste bedeuten und ergibt somit keinen Sinn. Bei Unsicherheit sollten Verbraucher online vorzugsweise bei seriösen Quellen kaufen und nicht bei unbekannten Personen in Onlineauktionshäusern“, weiß Lochmann.

Hinweise erkennen

Als weiteres Indiz für Fälschungen kann die Seriennummer dienen. Bei der Produktion bekommen manche Barren eine eigene Kennung. Weisen mehrere Exemplare eine identische Nummer auf, ist das Gold mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht echt. „Auch der Vergleich des Prägebilds mit Referenzobjekten hilft oft schon, einen Schwindel zu erkennen“, betont der Geschäftsführer der ESG. Auch Größe und Gewicht des Barrens geben Aufschluss über sein Material. Gold wiegt 19,3 Gramm pro Kubikzentimeter. Fälschungen sind hingegen oft zu leicht. Allerdings ähnelt die Dichte von Gold der von Wolfram: Selbst das korrekte Gewicht bietet daher keine hundertprozentige Gewissheit über das Material.

Täuschungen auf der Spur

All diese Tests dienen der ersten Einschätzung und stellen noch keine Garantie für die Echtheit von Goldbarren dar. Gewissheit bieten Edelmetallhändler, die mit ihrer Expertise und speziellen Werkzeugen gründliche Untersuchungen anstellen. So prüfen sie die Oberfläche mit der sogenannten Röntgen-Fluoreszenz-Analyse, ohne das Produkt zu beschädigen. Je nachdem, um welches Material es sich handelt, werden die Röntgenstrahlen unterschiedlich reflektiert und die Wellen von einem Computer ausgewertet. Barren unter 100 Gramm kontrollieren Experten anhand der Leitfähigkeit (Gold: 44,7 MS/m). Bei Exemplaren ab 100 Gramm gilt es per Ultraschallmessung die Schallleitgeschwindigkeit zu berechnen. Entspricht der ermittelte Wert nicht dem von Gold (3.250 m/s), handelt es sich definitiv um eine Fälschung. „Statt auf ein vermeintliches Schnäppchen hereinzufallen, sollten sich Käufer daher an Edelmetallhändler wenden, um mit absoluter Gewissheit echtes Gold zu erwerben“, betont Lochmann abschließend.