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Gold und Silber als luxuriöse Lebensmittelzusatzstoffe

Edelmetalle als Münzen oder Barren, in der Industrie oder als Schmuck – alles gängige und bekannte Verwendungen von Gold und Silber. Doch beide Metalle finden sich auch in der Lebensmittelindustrie wieder.

Lebensmittelzusatzstoff E 175 – das Gold zum Essen

Gold zählt mit Abstand zu den teuersten Lebensmittelzusätzen überhaupt. Da es sehr wertvoll und kostspielig ist, wird Gold meist nur als Luxusgut oder für sehr hochwertige Lebensmittel verwendet. Jedoch dient es hier nur der Optik, denn Gold weist keinen eigenen Geschmack auf. Es ist weder in Öl, noch in Wasser löslich und sehr farbstabil.

Des Öfteren kommt Gold bei Pralinen, Spirituosen wie Goldwasser, Torten oder hochwertigen Fleisch- und Fischprodukten vor. Ein Beispiel für letzteres wäre Blattgold-Lachs.

Gold hat insbesondere in der geringen Menge, die für Lebensmittel verwendet wird, keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit. Wichtig ist es jedoch, reine Echtgoldfarbstoffe oder Goldfarbblättchen zu nutzen, um Verunreinigungen durch fremde Schwermetalle zu vermeiden.

Lebensmittelzusatzstoff E 174 – Silber in Lebensmitteln

Silber ist nach Gold einer der teuersten Lebensmittelzusatzstoffe. Da Silber eine antibakterielle Wirkung hat, ist es in der Wasseraufbereitung und zur Entkeimung von Lebensmitteln gefragt. Hierfür wird es meistens in Filtern oder als Partikel verwendet. Aber es findet sich auch als Blättchen oder in Partikelform auf Lebensmitteln zur Zierde oder als Farbpigment wieder. Da es weder in Wasser, noch in Öl löslich und farbstabil ist, eignet es sich hierfür sehr gut.

Der Einsatz von Silber als Nahrungsmittel beschränkt sich im Normalfall auf ohnehin schon teure Produkte. Passende Beispiele sind Hochzeitstorten, Spirituosen oder Pralinen. Jedoch hat Silber keinen geschmacklichen Nutzen, sondern gilt nur als Dekoration.

Der Genuss von Silber ist im Allgemeinen unbedenklich, sodass ein gesunder Mensch keine negative gesundheitliche Beeinträchtigung zu befürchten hat. Jedoch sollten Menschen, die sehr empfindlich oder allergisch auf Silber reagieren, Abstand vom Zusatzstoff E 174 nehmen. Um eine Verträglichkeit gewährleisten zu können, muss das verwendete Silber von guter Qualität sein, um Verunreinigungen durch beispielsweise andere Metalle ausschließen zu können.

Neuer König, neue Münzen: Thronfolger Charles III. erhält seine eigene Edelmetallprägung

Ganz Großbritannien umhüllt nach dem plötzlichen Tod von Queen Elizabeth II. ein Schleier der Trauer. Von nun an beginnt die Amtszeit von Charles III., die mit einigen Neuerungen einhergeht – so auch im Profil der britischen Anlagemünzen. Dominik Lochmann, Geschäftsführer der ESG, beschreibt, was sich nun grundlegend ändert:

„In der von nun an zurückliegenden 70-jährigen Amtszeit von Queen Elizabeth II. entstanden viele Münzprägungen zu den unterschiedlichsten Anlässen. Gerade erst in diesem Jahr würdigte die Münzprägeanstalt des Vereinigten Königreiches ‚Royal Mint‘ mit einer 15 Kilogramm schweren sowie 22 Zentimeter umfassenden Münze das Jubiläum der Königin. Ebenso erschienen neue Gedenkmünzen mit einem Nennwert von fünf Pfund kürzlich in verschiedenen Ausführungen – entworfen vom irischen Designer P. J. Lynch. Neben diesen Sonderfällen prägten hauptsächlich fünf Varianten des Portraits Ihrer Majestät das Erscheinungsbild der Währung aus Edelmetall. Angefangen mit einer gänzlich in Gold gehaltenen Münze aus dem Krönungsjahr 1953 bis hin zur aktuellsten Variante von 2015, zeichneten diese den langen Weg der Regentschaft der Königin. Und das nicht nur im Vereinigten Königreich Großbritannien – in allen weiteren sieben Staaten des Commonwealth of Nations, das als eine Art Nachfolger der Britischen Weltreichs gilt, finden sie Anwendung. Mitglied Australien kündigte bereits eine neue Fassung der Münze mit dem linken Profil des neuen Königs Charles III. für das kommende Jahr an. Es ist davon auszugehen, dass auch in allen weiteren Mitgliedsstaaten frühestens 2023 das neue Design erscheint. Jegliche Münzen mit Queen Elizabeth bleiben allerdings weiterhin ein gültiges Zahlungsmittel. Ob bis zur Fertigstellung des neuen Portraits und der Anfertigung neuer Prägewerkzeuge noch weitere Münzen mit dem Profil von Queen Elizabeth II. geprägt werden dürfen und weitere Details hierzu, geben das Königlich Britische Münzamt und die jeweiligen Münzämter der einzelnen Commonwealth Länder nach der Trauerzeit von 10 Tagen bekannt.“

Gegossen oder geprägt – Herstellungsmethoden von Barren

Barren ist nicht gleich Barren. Zu allererst denkt man hier natürlich an Materialunterschiede, jedoch unterscheiden sie sich auch durch die Herstellungsart. Die zwei gängigen Sorten sind Gussbarren und Prägebarren, welche sehr unterschiedlich sind und jeweils eigene Vorteile und Nachteile mit sich bringen.

Gegossene Barren

Das Gussverfahren ist schon sehr alt, dabei hat sich die Methode seit dem Altertum im zugrundeliegenden Prozess kaum verändert:

Innerhalb der Herstellung wird das jeweilige Metall solange erhitzt, bis dieses schmilzt. Anschließend wird es in eine Gussform gegossen. Diese hat gewichtsspezifische Maße, die natürlich auch mit der typischen Gestaltung des Herstellers zusammenhängen. Es gibt zwei Varianten, mit denen die Daten des Barrens im Edelmetall verewigt werden. Entweder sind die notwendigen Angaben wie Gewicht, Edelmetall, Feingehalt und Hersteller bereits in der Gussform enthalten und übertragen sich beim Auskühlen in das Metall oder die Daten werden im Nachhinein aufgestempelt.

Es gibt Vorteile, die für diese Herstellungstechnik sprechen:

  1. Gussbarren sind Unikate. Jeder Barren hat einzigartige Unregelmäßigkeiten, Erstarrungslinien und Muster, welche auf die Fertigungsmethode zurückzuführen sind.
  2. Die Oberfläche ist unempfindlicher gegenüber Berührungen oder gar sehr leichten Kratzern, sodass die Barren guten Gewissens auch in die Hand genommen werden können.

Jedoch sind auch Nachteile zu entdecken:

  1. Gussbaren sind sehr schlicht und enthalten meist nur die nötigsten Angaben. Während manche genau das an dieser Art der Barren schätzen, vermissen andere ein ausgefeiltes und detailreiches Design.
  2. Die Barren können zudem an den Kanten und der Oberfläche etwas rau sein. Hierdurch sind sie zwar unempfindlicher gegenüber Kratzern, jedoch lassen sie eine glatte makellose Barrenoberfläche vermissen.
  3. Das Herstellungsverfahren ist aufwändiger als die Produktion von Prägebarren in Serienfertigung. Bei größeren Stückzahlen werden von einigen Hersteller jedoch bereits Gießroboter eingesetzt, um die Kosten und Aufwände im Herstellungsprozess zu verringern.
  4. Aufgrund der unregelmäßigen Oberfläche und den abgerundeten Kanten sind Gussbarren schlechter zu stapeln. Die Barrenbeschriftungen und die Lesbarkeit der Punzierungen können hierbei insbesondere bei kleinen Stückelungen leiden.

Geprägte Barren

Durch Prägeprozesse lassen sich akkurate und filigran gestaltete Barren herstellen. Die Fertigung erfolgt heute meist mithilfe einer Stranggießanlage. Zugrunde liegt somit wieder ein Gussprozess, aber dieser produziert einen langen Metallstreifen, der auf die exakte benötigte Dicke ausgewalzt wird. Aus diesem Edelmetallband werden Barrenrohlinge ausgestanzt. Haben alle Rohlinge dieselben Maße und dasselbe Gewicht, beginnt der eigentliche Prägeprozess. Die Barrenrohlinge werden hierfür in einen Schmelzofen eingebracht, um sie nochmals etwas zu erhitzen und dadurch weicher zu machen, was das Prägen erleichtert. Nun wird das warme Metall ähnlich wie bei der Münzherstellung einseitig oder beidseitig unter hohem Druck geprägt. Nach dem Prägen wird die Oberfläche gegebenenfalls nochmals poliert und gereinigt.

Vorteile:

  1. Ein Prägebarren kann wesentlich komplexer gestaltet sein als ein Gussbarren. Detailreiche und aufwendig gestaltete Prägebilder sind keine Seltenheit.
  2. Aufgrund der ebenmäßigen Oberfläche sind geprägte Barren sehr gut stapelbar.
  3. Bei kleineren Gewichtseinheiten lassen sich hohe Stückzahlen durch die Fließbandfertigung kostengünstiger herstellen als gegossene Barren.

Nachteile:

  1. Die Oberfläche ist sehr empfindlich gegenüber Kratzern, Schrammen und Berührungen, sodass die Barren vorzugsweise im Blister oder der schützenden Verpackung verbleiben und nicht in die Hand genommen werden sollten.
  2. Aufgrund der Empfindlichkeit können geprägte Barren oftmals nicht ohne Qualitätseinbußen mehrfach gehandelt werden.
  3. Bei Gewichtseinheiten über 100g ist es in der Fertigung schwierig, eine perfekte und ebenmäßige Oberfläche zu erzielen.

Ein Koala auf Anlagemünzen in Gold, Silber und Platin

Koalas – die beliebten australischen Beuteltiere leben zwischen Eukalyptusbäumen. Seit 1988 sind die goldigen bärenähnlichen Tiere auch auf australischen Anlagemünzen zu bewundern.

Der Koala ernährt sich ausschließlich von Eukalyptusblättern und ist durch seine scharfen Krallen ein guter Kletterer, den man hoch über der Erde in Bäumen entdecken kann. Seine Jungen leben im ersten Lebensabschnitt im Beutel, sonst sind Koalas jedoch Einzelgänger. Seinen Namen hat das putzige Tier aus der Sprache der Aborigines, bei welcher „Koala“ mit „kein Wasser“ oder „trinkt nicht“ übersetzt werden kann. Tatsächlich nimmt der Koala seine benötigte Flüssigkeit nur durch seine Nahrung auf. Jedes Jahr sind neue Motive des Koalas auf Anlagemünzen der Perth Mint zu bestaunen.

Die Koala-Platinmünzen

Die Perth Mint prägte zwischen 1988 und 2005 Anlagemünzen aus Platin mit dem beliebten Koala. Die Bullionmünzen wurden seit 2000 nicht weiter produziert, bis 2005 erschien der Koala nur noch als Proof Münze. Die Perth Mint wechselte jährlich das Motiv. Da die Münze für Anlagezwecke konzipiert wurde, gab es sie in der für Anlageplatin üblichen Reinheit von 99,95% Feingehalt als 1/20oz, 1/10oz, 1/4oz, 1/2oz, 1oz, 2oz, 10oz und 1kg.

Der silberne Koala

Die australische Anlagesilbermünze mit den bekannten Koala-Motiven startete ihre Serie 2007 und wird seither von der Perth Mint ausgegeben. Zu Beginn gab es den Koala nur als 1oz Silbermünze, doch schon ein Jahr später folgten die Gewichte 1/2oz, 10oz und 1kg. Seit 2011 gibt es auch noch eine Version mit dem ungewöhnlich kleinen Gewicht von 1/10oz und die limitierten Proof-Ausgaben von 5oz Münzen.

Koala-Goldmünzen

Die australischen Gold-Koalas sind weniger bekannt als die Koala-Platinmünzen, jedoch werden sie seit 2008 bis heute produziert. Es gibt das goldene Beuteltier als 1/25oz, 1/10oz, 1/4oz, 1oz, 2oz und 5oz. Seit 2013 prägt die Perth Mint eine Mini-Version der Anlagemünze zu 0,5g.

Neben dem jährlich wechselnden Koalamotiv der Münze ist auf der Kopfseite bei jeder Koalamünze das Portrait der englischen Queen Elizabeth II zu sehen.

Chinesische Anlage- und Gedenkmünzen: Die China Gold Coin Inc.

Die China Gold Coin Incorporation (CGCI) wurde 1987 gegründet und ist in Shenzhen ansässig. Das Unternehmen steht unter direkter Aufsicht der Zentralbank Chinas, der People’s Bank of China.

Neben der Hauptgeschäftsstelle ist das Unternehmen über Verkaufsstellen in Peking und Shanghai vertreten. Für den internationalen Vertrieb der Produkte – hauptsächlich Europa und Amerika – ist die China Great Wall Coin Investment Ltd. mit Sitz in Hong Kong zuständig. Diese wurde ein Jahr nach der CGCI gegründet und gilt als Bindeglied des Produzenten zu den internationalen Großhändlern.

Münzen aus Gold und Co.

Die CGCI ist die offizielle Prägestätte für chinesische Anlagemünzen und Gedenkmünzen der Volksrepublik China. Dort werden Münzen in Gold, Silber, Platin und Palladium entworfen, hergestellt und letztendlich vermarktet. Zudem hat die China Gold Coin Inc. die Aufgabe, die inländische Nachfrage an Anlagemetallen im Blick zu behalten, zu planen und zu koordinieren.

Das bekannte Hauptmotiv der CGCI ist der Panda. Er gilt als nationales Symbol und als ältester Botschafter der Republik China. Die Münzserie mit dem Bären als Motiv wird bereits seit 1982 ausgegeben. Zudem stellt das Unternehmen Gedenkmünzen mit Motiven aus chinesischen Geschichten her.

Heraeus: von Apotheken hin zum Edelmetallgeschäft

Heraeus kann auf eine lange Unternehmensgeschichte zurückblicken – bis ins 17. Jahrhundert geht sie zurück.

1660 übernimmt Isaac Heraeus eine Apotheke in Hanau und eröffnet in derselben Stadt 8 Jahre später eine weitere. Heraeus entwickelte sich über sechs Generationen stetig weiter und 1851 übernimmt der Apotheker und Chemiker Wilhelm Carl Heraeus die Apotheken. Jedoch wird er durch die Goldschmiedekunst in Hanau auf die Probleme bei der Verarbeitung von Platin aufmerksam gemacht. 1856 gelingt es ihm, Platin mit einem eigens entwickelten Verfahren zu schmelzen und die „Erste Deutsche Platinschmelze“ war geboren. Heraeus gewinnt Kunden aus der Schmuckindustrie und anderen industriellen Bereichen wie Zahnfabriken und Laboratorien. 1889 übernehmen die Brüder Wilhelm und Heinrich Heraeus das Unternehmen und profitieren von der voranschreitenden Industrialisierung. Platin ist ein gefragter Rohstoff und der Absatzmarkt weitet sich auch auf die USA aus. 1909 wird Heraeus in die W. C. Heraeus GmbH umgewandelt und ist zur größten Platinschmelze der Welt mit über 400 Beschäftigten geworden.

Nach Ende des ersten Weltkriegs fiel das Geschäft mit den USA weg und die Platinvorräte galten als fast aufgebraucht. Doch der Forscherdrang ist ungebrochen und es werden neue Geschäftsfelder erschlossen sowie alternative Edelmetalllegierungen entwickelt. In den 1920ern übernimmt die nächste Generation die Geschäfte und das Familienunternehmen wächst weiter bis hin zum Multi-Produkt-Konzern. Nach Ende des zweiten Weltkriegs steigt Heraeus zu Beginn mit der Herstellung von Konsumgütern wieder in die Wirtschaft ein, bis erneut mit der herkömmlichen Produktfertigung gestartet wird.

1983 übernimmt Dr. Jürgen Heraeus die Unternehmensleitung. Unter seiner Führung entwickelt sich das Unternehmen zu einem global agierenden Technologiekonzern und es entstehen in Folge einer Umstrukturierung fünf Kernkompetenzen und Geschäftsbereiche – unter anderem Edelmetalle/Metalle oder Dental- und Medizinprodukte.
2017 übernimmt Heraeus den Edelmetallverarbeiter Argor-Heraeus aus der Schweiz und wird zu einem großen Anbieter von Edelmetalldienstleistungen.
Heute gehört Heraeus zu den weltweit führenden Anbietern von Edelmetallprodukten und als feste Größe in den Bereichen Verarbeitung, Handel und Recycling von Edelmetallen.

Chinesischer Drache ziert Münzbarren aus Gold

Münzbarren wurden ursprünglich aus Steuergründen erfunden und hergestellt, da auf Silberbarren ein normaler Mehrwertsteuersatz von 19% liegt, damals jedoch nicht auf Silbermünzen. Da es keine grundsätzlich vorgeschriebene Form für Zahlungsmittel aus Metall gibt, waren Münzbarren eine praktische Alternative. Zudem ist die Herstellung von Barren und somit auch von Münzbarren meist günstiger als die von Münzen.

Mittlerweile beschränken sich Münzbarren jedoch nicht mehr nur auf Silber. Zwar kann Anlagegold generell mehrwertsteuerfrei erworben werden, jedoch gibt es auch Münzbarren aus Gold. Ein Beispiel ist der Münzbarren Rectangular Dragon der Perth Mint, welchen es neben Silber eben auch in Gold gibt.

Der Rectangular Dragon Münzbarren

Seit 2018 gibt die australische Perth Mint diesen Münzbarren aus Gold aus. Den Namen trägt die Münze aufgrund der ungewöhnlichen rechteckigen Barrenform.

Auf der Motivseite wird immer mindestens ein chinesischer Drache dargestellt. Das Motiv wechselt jährlich. Zudem ist jeweils eine flammende Perle zu erkennen. Die Flammenperle ist ein Sinnbild für Weisheit und Erleuchtung. Der Drache steht unter anderem für Macht, Stärke, Wohlstand und Glück.

Die Kopfseite zeigt wie bei australischen Münze üblich ein Abbild von Königin Elizabeth II. Das Porträt befindet sich mittig auf einem leicht abgesetzten rechteckigen Feld. Oberhalb ihrer Darstellung sind das Ausgabeland, das Feingewicht sowie die Feinheit eingeprägt. Unterhalb der Queen steht der Nennwert. Über dem viereckigen Feld steht „ELIZABETH II“ und darunter das Ausgabejahr.

Wer suchet, der findet! – Goldwaschen in Deutschland

Deutschland verfügt nach den USA über die meisten Goldreserven weltweit: Zum Jahresende 2021 wies die Bundesbank etwa einen Bestand von 3.359 Tonnen des Edelmetalls aus, was einer Summe von über 173 Milliarden Euro entsprach. Der Großteil davon stammt allerdings nicht aus Deutschland, sondern aus Südamerika, Nordamerika, Afrika und Australien. „Das bedeutet jedoch nicht, dass es kein Vorkommen in deutschen Böden gibt. Wer weiß wo sich das Gold befindet, kann es mit ein bisschen Aufwand sogar selbst sammeln“, verrät Dominik Lochmann, Geschäftsführer der ESG.

Goldgewinnung früher und heute

Schon die Kelten und Römer suchten und fanden in Deutschland vor vielen Jahrhunderten Gold. Im Mittelalter wurde das begehrte Edelmetall beispielsweise in der Goldmine Eisenberg bei Korbach gefördert. Durch politische und wirtschaftliche Entwicklungen wurden die meisten dieser Betriebe allerdings im 17. Jahrhundert geschlossen. Alternativ zur Untertage-Förderung erwiesen sich auch Flüsse in Deutschland als ergiebig. Viele Bauern schürften beispielsweise zu wenig arbeitsreichen Zeiten Gold entlang des Rheins. „Heutzutage ist Gold ein Nebenprodukt bei der Sand- und Kiesgewinnung. So wird das Edelmetall heute mithilfe moderner Goldwaschrinnen und Zentrifugen von Sandpartikeln getrennt. Pro Jahr filtert die Anlage auf diese Weise einige Kilo Gold“, erklärt Lochmann.

Schwimmender Schatz

Wer sich selbst auf die Suche begibt, kann auch heute noch in deutschen Gegenden Gold finden. „So lässt sich das beliebte Edelmetall im Rhein vor allem zwischen Waldshut und Mainz, aber auch in Flüssen im Harz, Schwarzwald, Moselgebiet, Bayrischen Wald und sächsischem Erzgebirge gewinnen“, weiß Lochmann. Um es zu erbeuten, filtern Goldsucher an verschiedenen Ufern Sand in Waschpfannen – eine mühselige und zeitintensive Arbeit. Wenn sie Glück haben, bleiben kleine Goldpartikel in der Waschpfanne, sogenannte Goldflitter. In der Regel ergibt eine Tonne Flussland einen Ertrag zwischen 0,01 und 0,05 Gramm Gold. Um ein Gramm zu gewinnen, bedarf es über 50.000 Flitter. „Flussgold zu sammeln stellt somit eher ein Hobby dar und eignet sich nicht wirklich für den kommerziellen Abbau. Aufgrund der geringen Mengen ist das seltene Rheingold jedoch sehr beliebt und wird unter anderem für hochwertigen Schmuck wie Eheringe, aber auch für Gedenkmedaillen der Fundgebiete verwendet. Je nach Fluss weist es einen Feingehalt von über 22 Karat und demnach eine Reinheit von mindestens 916 auf“, verrät Lochmann abschließend.

Eine mögliche Zukunft der Förderung von Edelmetall liegt über den Wolken

Rohstoffe werden immer knapper – der Bedarf an Edelmetall in der Industrie, beispielsweise für die Telekommunikation ist jedoch ungebrochen.

Während bislang Edelmetalle überwiegend unter Tage auf der Erde abgebaut werden, sind auch Kometen, Asteroiden und Meteoriten reich an Edelmetallen. Sie enthalten auch Rohstoffe wie Platin oder Gold. Tatsächlich gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Konzentration von Metallen auf erreichbaren Asteroiden bis zu tausendfach höher ist als auf der Erde. Schätzungsweise 700.000 solcher Himmelskörper kreisen um die Sonne und etwa 17.000 davon in Erdnähe. Sie könnten theoretisch mit den heutigen technischen Mitteln angeflogen werden.

Die Erde gilt als Gesteinsplanet. Bei dieser Planetenart liegen Eisen und andere schwere Elemente überwiegend in der Nähe des Kerns und Stoffe wie Platin oder Gold werden oft auch eingeschmolzen. Bei Asteroiden liegen die Rohstoffe häufig an der Oberfläche und lassen sich so im Tagebau fördern. Solche Möglichkeiten wecken Interessen und auf dem Rohstoffkongress befasste sich der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) im Juli 2018 erstmals mit dem Weltraumbergbau. Das Thema wird in Deutschland bislang jedoch nur von wenigen Spezialisten betrachtet. Die technischen Hürden und die Kosten für Weltraumflüge sind momentan noch viel zu hoch für handfeste Projekte.

Zwei Himmelskörper als mögliches Ziel

Ein mögliches Ziel solcher Projekte könnte der 210 Kilometer große „16 Psyche“ sein. Er befindet sich im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Seine Bestandteile sind fast ausschließlich Rohstoffe wie Eisen, Nickel und Gold. Eine Theorie besagt, dass er ursprünglich der Kern eines marsgroßen Planeten gewesen sein könnte, der seine äußeren Schichten durch Kollisionen verlor. Der Wert seiner Ressourcen wird von der US-Raumfahrtbehörde NASA auf über 700 Trillionen Dollar geschätzt.

Eine weitere Möglichkeit wäre der kleine Asteroid „3554 Amun“. Er hat nur einen Durchmesser von 2,5 Kilometern. Seine Bahn verläuft größtenteils innerhalb der Erdbahn. Himmelskörper dieser Größe könnten 10.000 Tonnen Gold und 100.000 Tonnen Platin enthalten, errechnete die britische Asteroid Mining Corporation (AMC).

Edelmetall im Weltraum rechtlich betrachtet

Rechtlich gesehen ist diese Art von Weltraumbergbau eine Grauzone. Es stellt sich die Frage, wem die Asteroiden eigentlich gehören und wer die Rohstoffe abbauen darf. Zudem müssen mögliche Folgen geklärt werden, wie beispielsweise das Verlassen der Flugbahn nach dem Abbau von Rohstoffen und den dazugehörigen Gewichtsveränderungen.

Münzen, Schmuck und vieles mehr – außergewöhnliche Edelmetallfunde weltweit

Auf der ganzen Welt sind außergewöhnliche Edelmetallfunde bekannt. Einige davon stellen wir nun in diesem Blogbeitrag vor.

Edelmetallfunde in Hoxne Hoard

30 Kilogramm Gold- und Silbermünzen wurden 1992 in der Nähe der Ortschaft Hoxne in England gefunden. Bekannt wurde der Schatz als „Hoxne Hoard“.
Ursprünglich war der Finder des Schatzes dabei, das Feld seines Freundes mit einem Metalldetektor nach einem verlorenen Hammer abzusuchen. Er fand jedoch mehrere Goldmünzen, Gebrauchsgegenstände und Silbermünzen. Daraufhin wurden die Behörden informiert und ein Team von Archäologen barg den Schatz. Der Fund entspricht einem heutigen Wert von etwa 3,8 Millionen Euro. 1,75 Millionen Pfund wurden an den Entdecker des Schatzes ausgezahlt. Ausgestellt wird der Schatz und der verloren gegangene Hammer im Britischen Museum.

Keltischer Edelmetallfund in der Schweiz

Mit annähernd 300 Münzen aus Silber ist der Fund bei Füllinsdorf der größte keltische Edelmetall-Hort in der Schweiz. Auf einer Fläche von etwa 50 Quadratmetern wurden die Münzen verstreut gefunden, man geht aber davon aus, dass sie ursprünglich um 80/70 v. Chr. zusammen vergraben wurden.  Mit sehr wenigen Ausnahmen besteht der Schatz aus einem Münztyp und dessen Varianten: den Kaletedou-Quinaren. Den Namen haben sie von ihrer Aufschrift im griechischen Alphabet KAΛETEΔOY (= Kaletedou). Es handelt sich hierbei um einen keltischen Personennamen, vermutlich eines gallischen Anführers. Die Kaletedou-Quinare stammen ursprünglich aus Ostfrankreich, sind aber auch in der Schweiz nicht untypisch.

Zufälliger Fund bei Wien

Bei Bahnbauarbeiten in der Nähe von Wien sind Archäologen auf eine Siedlung der Urnenfelderzeit gestoßen. Man legte Reste von Wohngebäuden, Speicherbauten und Wertstätten frei. Es wurden auch seltene Goldobjekte gefunden. Den Fundplatz datierte man in die Zeit um 1000 v. Chr. Gefunden wurden beispielsweise ein golddurchwirktes Textil, Goldschalen und –spiralen. Laut den Ausgräbern könnte es ein, dass viele der Gegenstände ursprünglich aus Nordeuropa stammen.

Goldener Haarschmuck in Deutschland

Der bisher älteste datierte Edelmetallfund in Südwestdeutschland wurde im Herbst 2020 bei der Ausgrabung eines frühbronzezeitlichen Frauengrabs im Kreis Tübingen entdeckt. Der Fund soll etwa 3.800 Jahre alt sein und ist in Südwestdeutschland eher selten. Im Grab wurde eine Frau bestattet, die als Grabbeigabe ein Spiralröllchen aus Golddraht bei sich hatte. Vermutlich wurde es als Haarschmuck verwendet. Das Gold enthält rund 20 Prozent Silber, weniger als zwei Prozent Kupfer sowie Spuren von Platin und Zinn. Diese Zusammensetzung legt eine natürliche Goldlegierung nahe, wie sie typisch ist für Gold, das aus Flüssen gewaschen wurde.