In einer Zeit, in der physische Wertanlagen immer beliebter werden, gewinnen auch Kurantmünzen aus Gold und Silber zunehmend an Bedeutung. Doch welche Geschichte steckt hinter diesen Münzen, die heute als Investment geschätzt werden?
Dieser Beitrag beleuchtet die ursprüngliche Funktion und den kulturellen Wert ausgewählter Kurantmünzen wie der Österreichischen Kronen, dem Maria Theresia Thaler oder den Vreneli Goldmünzen.
Die ursprüngliche Verwendung der Kurantmünzen
Heute dienen viele Kurantmünzen als Wertanlage zur Vermögensabsicherung oder auch als Sammelobjekt mit geschichtlichem Bezug. Der Ursprung der Münzen liegt allerdings im alltäglichen Zahlungsverkehr.
Was bedeutet „Kurantmünze“?
Kurantmünzen sind Edelmetallmünzen, deren Nennwert durch den Wert des enthaltenen Edelmetalls mitbestimmt oder gedeckt war. Im Gegensatz zu heute gängigen Währungen hatten sie selbst einen hohen Materialwert, weil der Gold- oder Silbergehalt einen Teil des intrinsischen Werts der Münze ausmachte. Das bedeutete häufig, dass der Metallwert und der Nennwert nahe beieinanderlagen oder sich aneinander orientierten – in bestimmten Perioden und bei stabilen Edelmetalpreisen entsprach der Metallwert dem Nennwert. Ihre Verbreitung war entscheidend für den Handel, die wirtschaftliche Stabilität und Ausdruck von Staatssouveränität.
Kurantmünzen und ihr Zweck
Ursprünglich dienten Kurantmünzen als reguläres Zahlungsmittel im täglichen Zahlungsverkehr, aber auch als Symbol nationaler oder regionaler Macht, repräsentiert durch Herrscherbilder und Embleme. Länder, Königreiche oder Fürstentümer ließen beispielsweise eigene Münzen prägen und diese mit den Nennwerten der entsprechenden Währung versehen. Der Nennwert war durch den Edelmetallgehalt und Edelmetallwert gedeckelt, somit war klar definiert, was welche Münze wert war und was man mit ihr kaufen konnte.
Bedeutende historische Kurantmünzen und ihre Geschichte
Kurantmünzen gibt es aus vielen Ländern der Welt und aus verschiedenen Epochen. Ein paar europäische Kurantmünzen sind:
Österreichische Kronen
Die Österreichischen Kronen wurden ab 1892 als offizielles Zahlungsmittel ausgegeben und prägten die Finanzen der Habsburger Monarchie bis zum Ersten Weltkrieg. Aus Gold geprägt, waren sie ein Symbol wirtschaftlicher Stabilität. Ausgegeben wurden sie als 10 Kronen, 20 Kronen und 100 Kronen. Sie zeigen häufig das Bild von Kaiser Franz Joseph I., ein Zeichen kaiserlicher Autorität, und wurden in großen Auflagezahlen geprägt. Goldkronen mit seinem Abbild werden heute noch von der Münze Österreich nachgeprägt ausgegeben – allerdings mit der Jahreszahl 1915.
Maria Theresia Thaler aus Silber
Diese Silbermünze mit dem Porträt der Kaiserin Maria Theresia, erstmals geprägt 1741, wurde über Jahrhunderte hinweg in ganz Afrika, Asien und Europa gehandelt. Sie galt als internationale Handelsmünze mit hoher Akzeptanz und ist bis heute eine der bekanntesten Silbermünzen weltweit. Diese historische Silbermünze wird auch heute noch von der Münze Österreich nachgeprägt.
Goldmünzen aus dem deutschen Kaiserreich
Goldmünzen des Deutschen Kaiserreichs waren seit der Reichsgründung 1871 ein fester Bestandteil des Zahlungsverkehrs. Sie reflektieren den Aufstieg Deutschlands als wirtschaftliche Großmacht und verkörpern historischen Stolz und wirtschaftliche Macht. Ausgegeben wurden Münzen zu 5 Reichsmark, 10 Reichsmark und 20 Reichsmark mit jeweils einem Feingehalt von 900/1000 Gold. Die Münzen wurden von verschiedenen Prägestätten für diverse Gebiete und mit den Abbildern unterschiedlicher Herrscher und Wappen in meist sehr hoher Auflage geprägt.
Französische Franc Goldmünzen
Die Franc Goldmünzen, auch französische Franken genannt, wurden im 19. Jahrhundert Teil des internationalen Währungssystems, insbesondere nach der Einführung der Lateinischen Münzunion, als Zahlungsmittel verwendet. Die französischen Goldfrancs genossen hohes Vertrauen und erleichterten den Handel in Europa und Übersee. Ausgegeben wurden die Münzen mit verschiedenen Nennwerten und mit dem Abbild unterschiedlicher Herrscher sowie beispielsweise auch Motiven mit einem stehenden Engel oder einem Hahn.
Vreneli Goldmünzen aus der Schweiz
Das Schweizer Vreneli, eine Goldmünze, die zwischen 1897 und 1949 ausgegeben wurde, zeigt die Allegorie der Schweiz als junge Frau mit Blumenkranz. Es gibt die Münze mit den Nennwerten 10 Franken, 20 Franken und 100 Franken. Vorgänger der Goldvreneli waren die bis 1896 geprägten Helvetia Goldmünzen, ebenfalls eine Schweizer Kurantmünze.
Warum sind Kurantmünzen heute als Anlage begehrt?
Auch wenn Kurantmünzen einst als Zahlungsmittel dienten, werden sie heute nicht mehr zum Bezahlen verwendet. Die Edelmetallkurse und die Nennwerte haben sich auseinanderentwickelt und sind heute getrennt zu betrachten – der Materialwert liegt im Normalfall deutlich über dem Nennwert. Viele Nennwerte sind zudem in Währungen, die mittlerweile abgelöst wurden. Trotzdem haben Kurantmünzen ihren Wert über die Jahrhunderte bewahrt. Die Kombination aus Edelmetallwert, historischer Bedeutung und guter Verfügbarkeit macht viele dieser Münzen zu gefragten Anlageobjekten.
Heute gelten viele dieser Kurantmünzen als mehrwertsteuerbefreites Anlegegold, da sie entsprechende Kriterien erfüllen:
- Feingehalt von mindestens 900 Tausendstel
- Nach dem Jahr 1800 geprägt
- Sind oder waren in ihrem Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel
- Verkaufspreis, der den Offenmarktwert ihres Goldgehalts um nicht mehr als 80% übersteigt
Ein Investment mit Geschichte und Wert
Kurantmünzen sind weit mehr als nur ein Materialwert. Ihre historischen Wurzeln zeigen, wie eng Gold und Kultur verbunden sind. Für Anleger bedeutet dies eine wertvolle Verbindung von Investment und Geschichte – ein Stück Vergangenheit mit historischem Charme, das gleichzeitig Zukunft sichert.
