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Chinesischer Drache ziert Münzbarren aus Gold

Münzbarren wurden ursprünglich aus Steuergründen erfunden und hergestellt, da auf Silberbarren ein normaler Mehrwertsteuersatz von 19% liegt, damals jedoch nicht auf Silbermünzen. Da es keine grundsätzlich vorgeschriebene Form für Zahlungsmittel aus Metall gibt, waren Münzbarren eine praktische Alternative. Zudem ist die Herstellung von Barren und somit auch von Münzbarren meist günstiger als die von Münzen.

Mittlerweile beschränken sich Münzbarren jedoch nicht mehr nur auf Silber. Zwar kann Anlagegold generell mehrwertsteuerfrei erworben werden, jedoch gibt es auch Münzbarren aus Gold. Ein Beispiel ist der Münzbarren Rectangular Dragon der Perth Mint, welchen es neben Silber eben auch in Gold gibt.

Der Rectangular Dragon Münzbarren

Seit 2018 gibt die australische Perth Mint diesen Münzbarren aus Gold aus. Den Namen trägt die Münze aufgrund der ungewöhnlichen rechteckigen Barrenform.

Auf der Motivseite wird immer mindestens ein chinesischer Drache dargestellt. Das Motiv wechselt jährlich. Zudem ist jeweils eine flammende Perle zu erkennen. Die Flammenperle ist ein Sinnbild für Weisheit und Erleuchtung. Der Drache steht unter anderem für Macht, Stärke, Wohlstand und Glück.

Die Kopfseite zeigt wie bei australischen Münze üblich ein Abbild von Königin Elizabeth II. Das Porträt befindet sich mittig auf einem leicht abgesetzten rechteckigen Feld. Oberhalb ihrer Darstellung sind das Ausgabeland, das Feingewicht sowie die Feinheit eingeprägt. Unterhalb der Queen steht der Nennwert. Über dem viereckigen Feld steht „ELIZABETH II“ und darunter das Ausgabejahr.

Die Freiheitsgöttin auf einer mexikanischen Anlagemünze: Die Libertad

Die Anlagemünze „Libertad“ trägt keinen geprägten Nennwert, gilt aber trotzdem als gesetzliches Zahlungsmittel in Mexiko. Der jeweils aktuelle Wert ergibt sich somit aus dem täglichen Börsenpreis des Edelmetalls und wird entsprechend dem Feingewicht errechnet.

Den Namen „Libertad“ trägt die Münze aufgrund ihres Motivs – dieses zeigt die Freiheitsgöttin Libertad. Die geflügelte Frauenfigur mir einem Siegeskranz findet man an vielen Stellen, beispielsweise auch in Berlin auf der Siegessäule.

Zu Beginn gab es die Libertad aus Gold, geprägt wurde sie erstmals 1981. Zwischen 1981 und 1990 wurden die Goldmünzen noch in 900/1000 Gold mit Silberzuschlag und der damals gängigen Münzgeldqualität geprägt. Hergestellt wurde die goldene Libertad in 1 Unze , ½ Unze und ¼ Unze.
Ab 1982 präsentierte die mexikanische Prägeanstalt „Casa de Moneda de México“ jährlich auch eine Libertad aus Silber.

Versionen I und II der Libertad

Die erste Version der Göttin auf der Motivseite der Münze zeigt sie aufrecht stehend und mit einem, um ihre Taille geschlungenen Gewand. In ihrem hoch gestreckten Arm hält sie einen Lorbeerkranz. Hinter ihrem Körper sind ihre aufgefächerten Flügel zu sehen. Die Libertad steht einbeinig inmitten einer hügligen Landschaft, am Horizont sieht man die Silhouette der beiden mexikanischen Vulkane „Iztaccihuatl“ und „Popocatépetl“.
Die Gegenseite präsentiert eine abgewandelte Version des offiziellen Wappens Mexikos. Sie zeigt einen, auf einer Opuntie sitzenden Adler, der im Schnabel und in einem Fang eine, sich windende Schlange hält. Unter dem Adlermotiv werden ein Eichen- und ein Olivenzweig von einem Band zusammengehalten und von Zweigspitze zu Zweigspitze steht „Estados Unidos Mexicanos“, was „Vereinigte Staaten von Mexiko“ bedeutet.

1991 wurde der Feingehalt der Goldmünze auf 999/1000 angehoben und die Silbermünze gab es ab diesem Zeitpunkt auch in ½, ¼, 1/10 und 1/20 Unzen. Die Darstellung der Libertad wurde durch die verbesserte Prägequalität kontrastreicher und detaillierter. In dieser sogenannten Version II steht seitlich neben „Mexico“ links das Prägejahr und rechts die Feinheitsangabe „Ley 999“.

Version III der Libertad

Ab 1995 entstand die dritte und aktuelle Version der Münze. Die Göttin steht nun auf einem Säulenkopf, ihr Körper ist nicht mehr frontal zu sehen, sondern seitlich gedreht und schwungvoll gebogen. Sie steht weiterhin auf einem Bein und ihre Flügel sind ausgeklappt. Den Siegeskranz hält sie waagerecht in der Hand des nach vorne ausgestreckten Armes. Im Hintergrund sind noch immer die beiden Vulkane zu sehen. Die Münzgegenseite der Goldmünzen zeigt bei den 1-Unzen-Stücken in der Mitte das beschriebene Wappen. Um das Wappen befindet sich ein Kreis aus den 10 Regionalwappen des Landes. Bei den kleineren Stückelungen fällt der Kreis mit den zusätzlichen Wappen weg und es wird nur das Wappen präsentiert. Zudem gibt es die Silbermünze nun auch in 2 und 5 Unzen und die Goldversion wurde um 1/10 und 1/20 Unze erweitert. Ab dem Jahr 2000 wurde auch die Wappendarstellung der Silbermünzen angepasst und die Stückelung geht nun bis zur 1 Kilogramm Münze.

Wer suchet, der findet! – Goldwaschen in Deutschland

Deutschland verfügt nach den USA über die meisten Goldreserven weltweit: Zum Jahresende 2021 wies die Bundesbank etwa einen Bestand von 3.359 Tonnen des Edelmetalls aus, was einer Summe von über 173 Milliarden Euro entsprach. Der Großteil davon stammt allerdings nicht aus Deutschland, sondern aus Südamerika, Nordamerika, Afrika und Australien. „Das bedeutet jedoch nicht, dass es kein Vorkommen in deutschen Böden gibt. Wer weiß wo sich das Gold befindet, kann es mit ein bisschen Aufwand sogar selbst sammeln“, verrät Dominik Lochmann, Geschäftsführer der ESG.

Goldgewinnung früher und heute

Schon die Kelten und Römer suchten und fanden in Deutschland vor vielen Jahrhunderten Gold. Im Mittelalter wurde das begehrte Edelmetall beispielsweise in der Goldmine Eisenberg bei Korbach gefördert. Durch politische und wirtschaftliche Entwicklungen wurden die meisten dieser Betriebe allerdings im 17. Jahrhundert geschlossen. Alternativ zur Untertage-Förderung erwiesen sich auch Flüsse in Deutschland als ergiebig. Viele Bauern schürften beispielsweise zu wenig arbeitsreichen Zeiten Gold entlang des Rheins. „Heutzutage ist Gold ein Nebenprodukt bei der Sand- und Kiesgewinnung. So wird das Edelmetall heute mithilfe moderner Goldwaschrinnen und Zentrifugen von Sandpartikeln getrennt. Pro Jahr filtert die Anlage auf diese Weise einige Kilo Gold“, erklärt Lochmann.

Schwimmender Schatz

Wer sich selbst auf die Suche begibt, kann auch heute noch in deutschen Gegenden Gold finden. „So lässt sich das beliebte Edelmetall im Rhein vor allem zwischen Waldshut und Mainz, aber auch in Flüssen im Harz, Schwarzwald, Moselgebiet, Bayrischen Wald und sächsischem Erzgebirge gewinnen“, weiß Lochmann. Um es zu erbeuten, filtern Goldsucher an verschiedenen Ufern Sand in Waschpfannen – eine mühselige und zeitintensive Arbeit. Wenn sie Glück haben, bleiben kleine Goldpartikel in der Waschpfanne, sogenannte Goldflitter. In der Regel ergibt eine Tonne Flussland einen Ertrag zwischen 0,01 und 0,05 Gramm Gold. Um ein Gramm zu gewinnen, bedarf es über 50.000 Flitter. „Flussgold zu sammeln stellt somit eher ein Hobby dar und eignet sich nicht wirklich für den kommerziellen Abbau. Aufgrund der geringen Mengen ist das seltene Rheingold jedoch sehr beliebt und wird unter anderem für hochwertigen Schmuck wie Eheringe, aber auch für Gedenkmedaillen der Fundgebiete verwendet. Je nach Fluss weist es einen Feingehalt von über 22 Karat und demnach eine Reinheit von mindestens 916 auf“, verrät Lochmann abschließend.

Eine mögliche Zukunft der Förderung von Edelmetall liegt über den Wolken

Rohstoffe werden immer knapper – der Bedarf an Edelmetall in der Industrie, beispielsweise für die Telekommunikation ist jedoch ungebrochen.

Während bislang Edelmetalle überwiegend unter Tage auf der Erde abgebaut werden, sind auch Kometen, Asteroiden und Meteoriten reich an Edelmetallen. Sie enthalten auch Rohstoffe wie Platin oder Gold. Tatsächlich gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Konzentration von Metallen auf erreichbaren Asteroiden bis zu tausendfach höher ist als auf der Erde. Schätzungsweise 700.000 solcher Himmelskörper kreisen um die Sonne und etwa 17.000 davon in Erdnähe. Sie könnten theoretisch mit den heutigen technischen Mitteln angeflogen werden.

Die Erde gilt als Gesteinsplanet. Bei dieser Planetenart liegen Eisen und andere schwere Elemente überwiegend in der Nähe des Kerns und Stoffe wie Platin oder Gold werden oft auch eingeschmolzen. Bei Asteroiden liegen die Rohstoffe häufig an der Oberfläche und lassen sich so im Tagebau fördern. Solche Möglichkeiten wecken Interessen und auf dem Rohstoffkongress befasste sich der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) im Juli 2018 erstmals mit dem Weltraumbergbau. Das Thema wird in Deutschland bislang jedoch nur von wenigen Spezialisten betrachtet. Die technischen Hürden und die Kosten für Weltraumflüge sind momentan noch viel zu hoch für handfeste Projekte.

Zwei Himmelskörper als mögliches Ziel

Ein mögliches Ziel solcher Projekte könnte der 210 Kilometer große „16 Psyche“ sein. Er befindet sich im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Seine Bestandteile sind fast ausschließlich Rohstoffe wie Eisen, Nickel und Gold. Eine Theorie besagt, dass er ursprünglich der Kern eines marsgroßen Planeten gewesen sein könnte, der seine äußeren Schichten durch Kollisionen verlor. Der Wert seiner Ressourcen wird von der US-Raumfahrtbehörde NASA auf über 700 Trillionen Dollar geschätzt.

Eine weitere Möglichkeit wäre der kleine Asteroid „3554 Amun“. Er hat nur einen Durchmesser von 2,5 Kilometern. Seine Bahn verläuft größtenteils innerhalb der Erdbahn. Himmelskörper dieser Größe könnten 10.000 Tonnen Gold und 100.000 Tonnen Platin enthalten, errechnete die britische Asteroid Mining Corporation (AMC).

Edelmetall im Weltraum rechtlich betrachtet

Rechtlich gesehen ist diese Art von Weltraumbergbau eine Grauzone. Es stellt sich die Frage, wem die Asteroiden eigentlich gehören und wer die Rohstoffe abbauen darf. Zudem müssen mögliche Folgen geklärt werden, wie beispielsweise das Verlassen der Flugbahn nach dem Abbau von Rohstoffen und den dazugehörigen Gewichtsveränderungen.

Platin und Palladium – Platinmetalle in der Industrie

Platin und Palladium kennen einige aus dem Bereich des Edelmetallinvestments oder der Schmuckindustrie. Jedoch haben beide Platinmetalle auch wichtige Aufgaben innerhalb der Industrie.

Platin wird in einer Vielzahl von Bereichen verwendet:

Platin ist ein wichtiges Material zur Herstellung von Laborgeräten, da es keine Flammenfärbung erzeugt. So werden dünne Platindrähte verwendet, um Proben in die Flamme eines Bunsenbrenners zu halten. Durch seine Hitzebeständigkeit ist Platin auch in Thermoelementen, Widerstandsthermometern und Heizleitern in Gebrauch.

Jedoch profitiert auch die Automobilindustrie von Platin und seinen Eigenschaften. Kontaktwerkstoffe und Elektroden, beispielsweise in Zündkerzen, enthalten Platin. Aber auch Katalysatoren verwenden das Metall. Beispiele sind klassische Fahrzeugkatalysatoren, Diesel-Oxidationskatalysatoren und Katalysatoren in Brennstoffzellen. Auch für großindustrielle Prozesse werden Platinlegierungen verwendet, beispielsweise für die Herstellung von Salpetersäure. Für das Jahr 2005 wird der Verbrauch von Platin für die Katalysatorherstellung sogar auf 3,86 Mio. Unzen geschätzt. 2009 wurde die weltweite Nachfrage der Autoindustrie jährlich auf 230 Tonnen der gesamten Platinmetallgruppe geschätzt.

Weitere Verwendungsbeispiele für Platin innerhalb der Industrie sind Magnetwerkstoffe, Schmelztiegel für die Glasherstellung, Schubdüsen, Verkleidungen für Raketen oder Laserdrucker.

Der Einsatz von Palladium in der Industrie

Palladium wird ebenfalls größtenteils in der Automobilindustrie verwendet. Ähnlich wie bei Platin ist die Hauptverwendung hier der Einsatz in Katalysatoren. Palladium verfügt über Eigenschaften, welche chemische Reaktionen beschleunigen und begünstigen. Somit eignet es sich für die Funktion als Katalysator bestens. Dementsprechend werden rund zwei Drittel der jährlichen Fördermenge an die Autoindustrie geliefert. Es wird jedoch auch in der chemischen Industrie zur Wasserstoffherstellung genutzt. Außerdem findet Palladium in elektrischen Kontakten Verwendung. Hier verhindert Palladium, dass andere Stoffe wie beispielsweise Kupfer mit um- und darunterliegenden Materialien reagiert. Dadurch wird die Lebensdauer von elektrischen Geräten verlängert.

In geringerem Ausmaß kommt Palladium auch in der Medizinindustrie sowie in der Chemiebranche zum Einsatz. So findet man Palladium beispielsweise in der Produktion von medizinischen Geräten.

Münzen, Schmuck und vieles mehr – außergewöhnliche Edelmetallfunde weltweit

Auf der ganzen Welt sind außergewöhnliche Edelmetallfunde bekannt. Einige davon stellen wir nun in diesem Blogbeitrag vor.

Edelmetallfunde in Hoxne Hoard

30 Kilogramm Gold- und Silbermünzen wurden 1992 in der Nähe der Ortschaft Hoxne in England gefunden. Bekannt wurde der Schatz als „Hoxne Hoard“.
Ursprünglich war der Finder des Schatzes dabei, das Feld seines Freundes mit einem Metalldetektor nach einem verlorenen Hammer abzusuchen. Er fand jedoch mehrere Goldmünzen, Gebrauchsgegenstände und Silbermünzen. Daraufhin wurden die Behörden informiert und ein Team von Archäologen barg den Schatz. Der Fund entspricht einem heutigen Wert von etwa 3,8 Millionen Euro. 1,75 Millionen Pfund wurden an den Entdecker des Schatzes ausgezahlt. Ausgestellt wird der Schatz und der verloren gegangene Hammer im Britischen Museum.

Keltischer Edelmetallfund in der Schweiz

Mit annähernd 300 Münzen aus Silber ist der Fund bei Füllinsdorf der größte keltische Edelmetall-Hort in der Schweiz. Auf einer Fläche von etwa 50 Quadratmetern wurden die Münzen verstreut gefunden, man geht aber davon aus, dass sie ursprünglich um 80/70 v. Chr. zusammen vergraben wurden.  Mit sehr wenigen Ausnahmen besteht der Schatz aus einem Münztyp und dessen Varianten: den Kaletedou-Quinaren. Den Namen haben sie von ihrer Aufschrift im griechischen Alphabet KAΛETEΔOY (= Kaletedou). Es handelt sich hierbei um einen keltischen Personennamen, vermutlich eines gallischen Anführers. Die Kaletedou-Quinare stammen ursprünglich aus Ostfrankreich, sind aber auch in der Schweiz nicht untypisch.

Zufälliger Fund bei Wien

Bei Bahnbauarbeiten in der Nähe von Wien sind Archäologen auf eine Siedlung der Urnenfelderzeit gestoßen. Man legte Reste von Wohngebäuden, Speicherbauten und Wertstätten frei. Es wurden auch seltene Goldobjekte gefunden. Den Fundplatz datierte man in die Zeit um 1000 v. Chr. Gefunden wurden beispielsweise ein golddurchwirktes Textil, Goldschalen und –spiralen. Laut den Ausgräbern könnte es ein, dass viele der Gegenstände ursprünglich aus Nordeuropa stammen.

Goldener Haarschmuck in Deutschland

Der bisher älteste datierte Edelmetallfund in Südwestdeutschland wurde im Herbst 2020 bei der Ausgrabung eines frühbronzezeitlichen Frauengrabs im Kreis Tübingen entdeckt. Der Fund soll etwa 3.800 Jahre alt sein und ist in Südwestdeutschland eher selten. Im Grab wurde eine Frau bestattet, die als Grabbeigabe ein Spiralröllchen aus Golddraht bei sich hatte. Vermutlich wurde es als Haarschmuck verwendet. Das Gold enthält rund 20 Prozent Silber, weniger als zwei Prozent Kupfer sowie Spuren von Platin und Zinn. Diese Zusammensetzung legt eine natürliche Goldlegierung nahe, wie sie typisch ist für Gold, das aus Flüssen gewaschen wurde.

Wertvolle Geldanlage oder Fälschung? – Echtheitsprüfung von Barren aus Gold

Wer beim Goldkauf auf Schnäppchenjagd geht, kann schnell in die Falle von Betrügern tappen. Häufig nutzen Schwindler Materialien wie Messing, Kupfer oder Wolfram und vergolden diese nur oberflächlich. „Ob Barren tatsächlich aus reinem Gold bestehen oder ob es sich um Fälschungen handelt, lässt sich durch verschiedene Tests herausfinden“, weiß Dominik Lochmann, Geschäftsführer der ESG.

Gold zu günstig, um wahr zu sein?

Um die Echtheit eines Goldbarrens einzuschätzen, dient der Preis als erster Anhaltspunkt. Im Internet lässt sich der tagesaktuelle Goldkurs leicht auf Seiten von Edelmetallhändlern und Banken finden. „Verlangt jemand dennoch deutlich weniger als den derzeitigen Goldwert, versucht er vermutlich zu betrügen. Schließlich entstehen für Verkäufer bei Onlineauktionshäusern zusätzliche Gebühren. Einen niedrigeren Preis für echtes Gold zu verlangen – insbesondere wenn dieser unterhalb des Ankaufspreises eines Edelmetallhändlers oder einer Bank liegt – würde finanzielle Verluste bedeuten und ergibt somit keinen Sinn. Bei Unsicherheit sollten Verbraucher online vorzugsweise bei seriösen Quellen kaufen und nicht bei unbekannten Personen in Onlineauktionshäusern“, weiß Lochmann.

Hinweise erkennen

Als weiteres Indiz für Fälschungen kann die Seriennummer dienen. Bei der Produktion bekommen manche Barren eine eigene Kennung. Weisen mehrere Exemplare eine identische Nummer auf, ist das Gold mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht echt. „Auch der Vergleich des Prägebilds mit Referenzobjekten hilft oft schon, einen Schwindel zu erkennen“, betont der Geschäftsführer der ESG. Auch Größe und Gewicht des Barrens geben Aufschluss über sein Material. Gold wiegt 19,3 Gramm pro Kubikzentimeter. Fälschungen sind hingegen oft zu leicht. Allerdings ähnelt die Dichte von Gold der von Wolfram: Selbst das korrekte Gewicht bietet daher keine hundertprozentige Gewissheit über das Material.

Täuschungen auf der Spur

All diese Tests dienen der ersten Einschätzung und stellen noch keine Garantie für die Echtheit von Goldbarren dar. Gewissheit bieten Edelmetallhändler, die mit ihrer Expertise und speziellen Werkzeugen gründliche Untersuchungen anstellen. So prüfen sie die Oberfläche mit der sogenannten Röntgen-Fluoreszenz-Analyse, ohne das Produkt zu beschädigen. Je nachdem, um welches Material es sich handelt, werden die Röntgenstrahlen unterschiedlich reflektiert und die Wellen von einem Computer ausgewertet. Barren unter 100 Gramm kontrollieren Experten anhand der Leitfähigkeit (Gold: 44,7 MS/m). Bei Exemplaren ab 100 Gramm gilt es per Ultraschallmessung die Schallleitgeschwindigkeit zu berechnen. Entspricht der ermittelte Wert nicht dem von Gold (3.250 m/s), handelt es sich definitiv um eine Fälschung. „Statt auf ein vermeintliches Schnäppchen hereinzufallen, sollten sich Käufer daher an Edelmetallhändler wenden, um mit absoluter Gewissheit echtes Gold zu erwerben“, betont Lochmann abschließend.

Tafelsilber: Zeichen der gesellschaftlichen Stellung und finanzieller Notnagel zugleich

Tafelsilber bezeichnet nicht nur Besteck, sondern alle Elemente aus Edelmetall, die zu einem festlich gedeckten Tisch gehören:

1) Essgeschirr: beispielsweise Servierplatten, Gewürzbehälter oder Teller
2) Dekorationselemente: beispielsweise Kerzenständer oder Tafelaufsätze
3) Besteck: beispielsweise Messer, Löffel und Gabel

Früher ging man sogar von 36 Gedecken aus, heute beinhalten Sets meist 12 Exemplare. Früher wurde Tafelsilber vor allem in Adelshöfen verwendet, für große Festmahle mussten weit mehr als 36 Gedecke vorhanden sein, dazu kamen im 18. Jahrhundert auch Kaffee- und Teeservices.

Tafelsilber in alten Schätzen

Bereits in griechischer und römischer Zeit waren Tafelbestecke aus Silber, ab und zu auch aus Gold, in Gebrauch. Das Tafelsilber stand damals für eine hohe Stellung und bereits im zweiten Jahrhundert vor Christus gelangten Elemente des Tafelsilbers als Kriegsbeute nach Rom. Immer wieder wurden Schätze gefunden – auch in Germanien – die Teile von Tafelsilber enthielten. 1895 fand man in einer römischen Villa in Boscoreale beispielsweise einen Schatz, der aus 109 Teilen bestand. Ein Großteil der Fundstücke stammt aus der frühen römischen Kaiserzeit und beinhaltet diverse meisterhaft gearbeitete Gefäße. Am bekanntesten sind die Augustusbecher, Tiberiusbecher und Skelettbecher, welche sich beim Schatz befanden.

Für was das silberne Gedeck sonst noch verwendet wurde:

Zu Beginn wurden Tafelsilberstücke geschmiedet, erst ab etwa 1860 begann man sie im Sandformverfahren herzustellen und anschließend von Hand nachzubearbeiten.
Vor allem in der Renaissance stieg die Nachfrage bei Goldschmieden, vor allem Tafelsilber aus Augsburg und Hanau hatten an europäischen Höfen einen sehr guten Ruf.

Sowohl heute als auch früher wird Tafelsilber oft als finanzieller Notnagel betrachtet. Zwar war es früher, anders als heute, in regelmäßigem Einsatz, doch auch der Adel betrachtete das Tafelsilber als finanzielle Absicherung. Es wurde in Silberkammern aufbewahrt und es kam vor, dass es bei finanziellen Schwierigkeiten verpfändet wurde. Beispielsweise griff der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Maximilian I. zu diesem Mittel. 1496 erhielt Mailand für fünf Jahre sein Tafelsilber als Pfand. Aber auch andere Adelsmitglieder sahen das Tafelsilber als Edelmetallvorrat, denn schließlich konnte man es notfalls einschmelzen und daraus Münzen prägen lassen.

Tafelsilber-Sammlungen

Tafelsilber, vor allem alte Stücke, wird heutzutage sowohl von Privatleuten als auch öffentlichen Einrichtungen gesammelt und teilweise auch ausgestellt. 3.500 Einzelstücke des Tafelsilbers vom deutschen Hochadelsgeschlecht Wittelsbacher werden in der Silberkammer der Münchner Residenz aufbewahrt. Auch die Kurfürstin Elisabeth Auguste besaß in der Zeit des Rokoko Tafelsilber. Das Set aus 72 Teilen wird im Kurpfälzischen Museum in Heidelberg ausgestellt.
Das älteste erhaltene europäische Tafelsilber-Set wurde 2005 von einem US-amerikanischen Sammler ersteigert.  Zuvor wurde es 1615 vom Goldschmied David Altenstetter in Augsburg hergestellt und innerhalb einer Bankiersfamilie bis 2005 über mehrere Generationen vererbt.

Auch heute erben Leute altes Tafelsilber und manchen ist sein Wert gar nicht bewusst.
Vorab lässt sich sagen, dass die Stempelung Aufschluss über den eigentlichen Silbergehalt der Gegenstände gibt. Oft bleibt Tafelsilber über Generationen in der Familie, es ist jedoch auch nicht unüblich, dass dieses verkauft wird.

Informationen zum Ankauf durch die ESG finden Sie hier.

Münzen und Medaillen – Die Unterschiede

An sich ist jedem der Begriff „Münze“ oder „Medaille“ geläufig – alle kennen Medaillen zumindest aus den Siegerehrungen sportlicher Wettkämpfe oder wissen, dass sie mit Münzen ihre Lebensmittel im Supermarkt bezahlen. Beide können von Wert sein und aus Edelmetallen bestehen. Doch worin liegt der Unterschied?

Münzen

Münzen sind in ihrem jeweiligen Ausgabeland ein offizielles gesetzliches Zahlungsmittel und tragen daher einen Nennwert. Meist ist zudem der Landesname oder ein Hoheitszeichen, wie Wappen, Staatssymbol oder ähnliches eingeprägt. Münzen müssen jedoch nicht immer rund sein – wichtig ist, dass sie die aufgeführten Merkmale erfüllen. Beispiele für Münzen, die nicht rund sind, stellen Münzbarren dar. Diese haben die klassische Form eines Barrens, tragen aber einen Nennwert und gelten als Münze. Diese Art der Münzen gibt es beispielsweise von den Fijis oder den Cook Islands. Eine dreieckige Münze findet sich beispielsweise in der Serie Australian Shipwrecks. Auch das Material ist zweitrangig, sie müssen jedoch in autorisierten Prägestätten angefertigt worden sein.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Der ein oder andere hat vielleicht bemerkt, dass beispielsweise der Krugerrand oder die Münze Libertad aus Mexiko keinen Nennwert trägt. Sind das also keine Münzen?
Doch, beides sind per Definition eher Medaillen, werden aber zu den Münzen gezählt. Der Krügerrand ist formal ein gesetzliches Zahlungsmittel in Südafrika. Im Gegensatz zu den meisten anderen Anlagemünzen hat er allerdings keinen eingeprägten Nennwert. Sein Nennwert wird von offizieller Seite an jedem Werktag unter Berücksichtigung des aktuellen Goldpreises neu festgesetzt. Dies gilt allerdings nur für den goldenen Krügerrand, der Silberkrügerrand hat den Nennwert von 1 Rand, beim Krügerrand aus Platin sind es 10 Rand.
Ähnlich verhält es sich bei der Libertad. Sie gilt in Mexiko als offizielles, gesetzliches Zahlungsmittel, hat jedoch keinen expliziten Nennwert. Dieser passt sich an die aktuellen Silber- und Goldkurse an, welche von der Banco de México veröffentlicht werden.

Medaille

Eine Medaille ist, im Gegensatz zur Münze, kein Zahlungsmittel in irgendeinem Land. Daher trägt sie auch keinen Nennwert. Medaillen können, wie Münzen auch, aus Edelmetall bestehen und eine hohe Prägequalität aufweisen, gelten aber eher als Sammlerstück, Gedenkobjekt oder Honorierung von Leistungen. Jedoch können Medaillen von jedem beauftragt oder hergestellt werden, während Münzen nur von autorisierten Herstellern stammen. Diese können aufgrund ihres Materials, Alters oder Seltenheit auch hohe Preise erzielen.

Gold im Laufe der Zeit – ein Einblick in die Geschichte des Goldes

Wegen der Beständigkeit, dem Glanz, der Seltenheit und seinem Wert wurde Gold in vielen Kulturen im Laufe der Zeit für Gegenstände, Währung und Schmuck verwendet. Bis heute hat es seinen Wert nicht verloren und spielt in der Industrie, als Investment und in der Schmuckherstellung eine wichtige Rolle.

Gold in der Urzeit und Frühgeschichte

Gold zählt zu den ersten Metallen, die von Menschen verarbeitet wurden. Die Goldgewinnung begann nachgewiesener Weise in der frühen Kupferzeit, es galt als gut zu verarbeiten und beständig.
Die Grabbeigaben aus Gold, welche im Gräberfeld von Warna in Bulgarien gefunden wurden, sind wohl die bislang ältesten Goldartefakte. Sie stammen aus der Zeit von 4600 bis 4300 v. Chr. Insgesamt sind mehr als 7.000 Goldobjekte aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. innerhalb von Osteuropa bekannt. In Mittel- und Nordeuropa treten solche Gegenstände aus Gold vor allem im 3. Jahrtausend v. Chr. auf. Meist handelt es sich auch hier um Grabbeigaben, beispielsweise in Form von Schmuck.

Das Römische Imperium

Rom galt als Weltreich und benötigte sehr viel Gold, um das stetig wachsende Reich unterhalten zu können. Innerhalb weniger Jahrhunderte gelang es den Römern, alle Edelmetallvorkommen von Spanien über Britannien und Rumänien bis Kleinasien zu erobern und unter ihre Kontrolle zu bringen.
Durch Eroberungskriege brachten die römischen Feldherren das Edelmetall in ihr Reich. Unter Cäsar wurde es beispielsweise sogar unter dem Volk verteilt. Dieses schätzte ihn daher sehr und es kam so auch nicht zu Aufständen, als er sich zum Diktator ernennen ließ. Also profitierten auch Einzelpersonen vom Gold. Luxus und Dekadenz beherrschten Rom mehrere Jahrhunderte. Außer Gold konnte das Weltreich kaum eigene Güter vorweisen. Als die Edelmetallvorräte knapp wurden, fiel es zunehmend schwerer, das Reich zu unterhalten. Mit der schwindenden wirtschaftlichen Kraft verschwand auch zunehmend die militärische Stärke. Das Römische Reich zerfiel im 4. Jahrhundert nach Christus.

Gold in Europa und Amerika

Das Gold wurde zu einem maßgeblichen Grund für Kriege und Eroberungszüge. Die Vormachtstellung hatten in der Neuzeit die europäischen Seemächte Spanien, Portugal, England und Italien inne. Nach der Entdeckung Amerikas 1492 lockte der Goldreichtum von indigenen Völkern in Mittel- und Südamerika Eroberer an. Vor allem Spanien schickte Entdecker, die Gold nach Europa brachten. So wurde Spanien für eine Zeit lang zur reichsten Nation Europas. Die betroffenen Kulturen Amerikas wurden durch die Eroberer und durch eingeschleppte Krankheiten zerstört.

Der rein amerikanische Goldrausch begann im Jahre 1799 mit dem Fund eines 17 Pfund schweren Goldnuggets durch den 12-jährigen Conrad Reed in North Carolina. Dies wird oft als der größte Goldrausch der Geschichte bezeichnet. Jahre lang kamen immer mehr Menschen nach North Carolina, mit dem Ziel, hier ihr Glück in Gold zu finden. Ab 1848 häuften sich Goldfunde in Kalifornien und so versuchten nun auch immer mehr Menschen dort ihr Glück. Zu Beginn erfolgte der Abbau nur oberirdisch, 1825 entdeckte die Menschheit jedoch, dass Gold auch unterirdisch vorkommt. Der Abbau in Australien und Südafrika startete.

Auch heute wird in Australien und den USA noch Gold abgebaut. Dieses findet beispielsweise als Anlageprodukt, Industriegut oder Schmuck Verwendung.