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Tiger, Hund oder Schlange: Der chinesische Lunar-Kalender bestimmt die Motive einer Anlagemünzenserie

1996 startete die Lunar-Münzenserie der australischen Perth Mint, doch bereits 2.600 v. Chr. entstand der chinesische Lunar-Kalender. Basierend auf diesem Mondkalender entwickelte sich das traditionelle Klassifizierungsschema der zwölf Tierkreiszeichen und die Lunar-Münzserie zeigt jährlich das entsprechende Tier. 

Der chinesische Lunar-Kalender entspricht, anders als unsere gängigen Kalender, nicht Monaten, sondern zwölf Jahren. Traditionell beginnt er mit der Ratte, gefolgt von Ochse, Tiger, Kaninchen, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein. Den Tieren werden Eigenschaften zugeschriebenen – diese sollen sowohl das entsprechende Jahr als auch die in diesem Zeitraum geborenen Menschen beeinflussen.

Eigenschaften der Tierkreiszeichen

So gilt der Tiger als mutig und konkurrenzfähig, selbstsicher und voller Lebensfreude.
Ochsen wiederum stehen für Zuverlässigkeit, Ehrgeiz, Geduld, Sicherheit und Verantwortungsbewusstsein.
Hasen sind vorsichtig, aber freundlich, liebevoll und schlau, zudem sehr harmoniebedürftig.
Drachen gelten als stark und temperamentvoll, sie neigen dazu aggressiv zu werden und arrogant zu wirken.
Die Schlange ist das Symbol für Weisheit. Ihnen ist Freundschaft wichtig, doch ist ihre größte Schwäche gleichzeitig der Neid.
Das Pferd ist lebhaft und energisch, es möchte frei sein und im Mittelpunkt stehen.
Ziegen stehen für Ruhe, Sanftmut, Mitgefühl und die Liebe zu allem Schönen.
Die Eigenschaften des Affen sind seine Verspieltheit, Neugier, Charme und sein Witz.
Der Hahn steht für Stolz und Fleiß.
Hunde sind treu und liebenswürdig, verschwiegen und nicht nachtragend.
Das Jahr des Schweins ist von Hilfsbereitschaft, Friede, Genuss und Ehrgeiz geprägt.
Zu guter Letzt gilt die Ratte als klug und neugierig sowie kreativ, mutig und abenteuerlustig.

Lunar I bis III aus Gold

1996 rief die australische Perth Mint die Lunar I Goldmünzenserie ins Leben, begonnen mit der Ratte. Die Motivseite zeigt jährlich jeweils ein Motiv des entsprechenden Tieres, die Rückseite präsentiert Queen Elizabeth II.
Die Erstausgabe erschien als 1oz, 1/4oz, 1/10oz und 1/20oz Münze, im Jahr 2000 folgten die 2oz und die 1kg Version.
Nach dem Verkaufserfolg der ersten Serie startete 2008 Lunar II wieder mit der Ratte.
Mittlerweile befinden wir uns, seit 2020, in der Lunar III Serie. Wieder zieren neue Abbildungen der Tiere die Motivseite der Goldmünzen.

Lunar I bis III aus Silber

Die erste Lunar-Münzserie aus Silber startete 1999, also 3 Jahre nach der goldenen Erstausgabe. Als erstes Motiv zeigt sich der Hase, gefolgt von Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund, Schwein, Maus, Ochse und Tiger. Gestartet wurde mit 1/2oz, 1oz, 2oz, 10oz und 1kg Münzen. 2004 wurde um 5oz und 500g erweitert und 2006 folgte die 10kg Version. 2010 endete die Lunar I Silbermünzserie, jedoch hatte 2008 bereits Lunar II begonnen, um die Ausgabeverzögerung von Lunar I auszugleichen. 2020 begann Lunar III, wie gewohnt, mit dem Motiv der Ratte.

Neben den klassischen Anlagemünzen werden, sowohl aus Silber als auch aus Gold, limitierte Sonderprägungen hergestellt. Dazu gehören: Bi-Metall-Prägungen, High Relief, Polierte Platte, Farbmünzen oder komplette Sets.

Lunarmünzen aus Platin

Seit September 2019 gibt es auch Platinmünzen innerhalb der Lunar-Serie. Es handelt sich um die erste Lunar Serie aus Platin, doch die Motive gleichen der Goldvariante von Lunar III. Gestartet wurde mit der Lunar III Platin-Maus 2020, gefolgt von der Ausgabe des Ochsen 2021 und dem aktuellen Motiv des Lunar III Tigers 2022. Das kommende Jahr 2023 ist dem Hasen gewidmet.

Prägestätte für den Pazifik: Die New Zealand Mint

Die New Zealand Mint ist eine Edelmetallprägeanstalt in Privatbesitz in Auckland, Neuseeland. Dort werden Sammler- und Anlagemünzen produziert, die Prägestätte stellt jedoch keine offiziellen Umlaufmünzen des Neuseeländischen Dollars her. Deren Herstellung wird hauptsächlich in der Royal Mint und der Royal Canadian Mint vorgenommen.

Die offiziellen Ausgabeländer von Münzen der New Zealand Mint sind daher meist kleine pazifische Inselstaaten wie Fiji oder Niue. So bekam die New Zealand Mint auch ihren Beinamen „Minters of the Pacific“ („Münzpräger für den pazifischen Raum“).

Münzen der neuseeländischen Prägestätte

Weltweit bekannt ist die Prägestätte beispielsweise für ihre Gold- und Silbermünzen mit Motiven aus bekannten Filmen und Serien wie Star Wars, Star Trek oder Animationsfilmen von Disney. Aber auch DC Comics, Lunar oder die Niue Schildkröte gehören in das Repertoire der New Zealand Mint.

Unter dem Namen „Coin Notes“ wird eine besondere Art von Münzen durch die New Zealand Mint produziert. Es handelt sich um kolorierte Münzen aus Silber, welche das typische Format von Banknoten aufweisen. Auch ihr Design ist klassischen Geldscheinen nachempfunden. Trotz des ungewöhnlichen Formats handelt es sich dennoch um Münzen, die als gesetzliches Zahlungsmittel des Ausgabelandes gelten. Auch diese zeigen unter anderem Themen aus Film und Fernsehen.

Die Geschichte der britischen Royal Mint

Die Royal Mint mit ihrem Firmensitz in England (Llantrisant, Wales) gehört zu den ältesten Münzprägeanstalten weltweit. Geprägt werden hier britische Umlaufmünzen, Kursmünzen für andere Staaten, Sammler- und Gedenkmünzen, Medaillen und Anlagemünzen.

Die Wurzeln der heutigen Royal Mint gehen auf eine Münzprägestätte in London um das Jahr 886 zurück. Damals war London eine von rund 30 Städten in England mit einer Münzprägestätte – zur Jahrtausendwende waren es bereits 70.

1279 wurde William de Turnemire zum obersten Münzmeister für ganz England, englische Prägestätten wurden im selben Zug London formal untergeordnet. Daraufhin zog die Prägeanstalt in den Tower of London und dort wurde die Münzprägung für mehr als 500 Jahre umgesetzt. Um 1540 wurden alle weiteren Prägestätten, London ausgeschlossen, geschlossen. Die Münzherstellung ging dort traditionell weiter. Eloy Mestrell prägte in den 1560ern in der Londoner Royal Mint erstmals Münzen mittels einer Spindelpresse, doch obwohl die Münzen qualitativ hochwertig waren, kehrte man zur traditionellen Hammerprägung zurück. Erst im Jahr 1662 wurde ein neues Herstellungsverfahren eingeführt – von Pferden angetriebene Walzwerke übernahmen die maschinelle Münzprägung.

Im Jahr 1696 wurde Sir Isaac Newton zum Warden of the Mint, der offiziell höchsten Position innerhalb der Prägestätte, ernannt. Ihn zeichnete vor allem sein entschlossenes Vorgehen gegen Münzfälschungen und sein Fokus auf die genaue Einhaltung der vorgeschriebenen Münzgewichte, Maße und Metallkompositionen aus. Zudem war es Newton, der 1717 die Gold-Silber-Ratio auf 1:15 festsetzte. Verglichen mit den Bewertungsverhältnissen in anderen europäischen Ländern führte dies zu einer Überbewertung von Gold in Großbritannien und es etablierte sich eine frühe Form des Goldstandards.

Mit dem 19. Jahrhundert kamen auch die dampfbetriebenen Maschinen für die Münzprägung in die Royal Mint. Jedoch war die Nutzung dieser großen Maschinen innerhalb des Londoner Towers nicht möglich. 1804 beschloss man daher die Errichtung eines neuen zweckmäßigen Gebäudes auf dem Tower Hill. Die eigentliche Produktion dort begann im Jahr 1810.

Aus der Royal Mint entstandene Prägestätten

Ab 1815 vergrößerte sich das Britische Weltreich immer weiter und erreichte 1922 seine größte Ausdehnung von 33,7 Millionen Quadratkilometern. Es wurde nun immer schwerer, auch Münzen für die Kolonien ausschließlich in London zu prägen. Daher eröffnete die Royal Mint sechs Zweigstellen in den Kolonien, die teilweise bis 1970 unter britischer Verwaltung blieben:

Sydney, Australien (1855–1926)

Melbourne, Australien (1872–1968)

Perth, Australien (1899–1970)

Ottawa, Kanada (1908–1931)

Bombay, Indien (1918–1919)

Pretoria, Südafrika (1923–1941)

Aus den Zweigstellen in Perth, Ottawa und Pretoria entwickelten sich eigenständige Münzprägeanstalten: The Perth Mint, The Royal Canadian Mint und South African Mint.

Die englische Royal Mint hatte einen guten Ruf und ab 1920 ließen auch andere Länder Münzen von ihr herstellen. Noch heute ist die Royal Mint eine exportierende Münzprägeanstalt, die Münzen für 60 verschiedene Länder prägt.

Seit dem 31. Dezember 2009 gilt die Royal Mint als Kapitalgesellschaft und ist im Besitz des britischen Finanz- und Wirtschaftsministeriums, daher hat die Royal Mint Ltd. einen exklusiven Vertrag für die Prägung aller Münzen des britischen Königreichs.

Chinesische Anlage- und Gedenkmünzen: Die China Gold Coin Inc.

Die China Gold Coin Incorporation (CGCI) wurde 1987 gegründet und ist in Shenzhen ansässig. Das Unternehmen steht unter direkter Aufsicht der Zentralbank Chinas, der People’s Bank of China.

Neben der Hauptgeschäftsstelle ist das Unternehmen über Verkaufsstellen in Peking und Shanghai vertreten. Für den internationalen Vertrieb der Produkte – hauptsächlich Europa und Amerika – ist die China Great Wall Coin Investment Ltd. mit Sitz in Hong Kong zuständig. Diese wurde ein Jahr nach der CGCI gegründet und gilt als Bindeglied des Produzenten zu den internationalen Großhändlern.

Münzen aus Gold und Co.

Die CGCI ist die offizielle Prägestätte für chinesische Anlagemünzen und Gedenkmünzen der Volksrepublik China. Dort werden Münzen in Gold, Silber, Platin und Palladium entworfen, hergestellt und letztendlich vermarktet. Zudem hat die China Gold Coin Inc. die Aufgabe, die inländische Nachfrage an Anlagemetallen im Blick zu behalten, zu planen und zu koordinieren.

Das bekannte Hauptmotiv der CGCI ist der Panda. Er gilt als nationales Symbol und als ältester Botschafter der Republik China. Die Münzserie mit dem Bären als Motiv wird bereits seit 1982 ausgegeben. Zudem stellt das Unternehmen Gedenkmünzen mit Motiven aus chinesischen Geschichten her.

Der große Panda auf chinesischen Münzen

Der große Panda zählt zu der Familie der Bären und lebt in China. Er ist eines der bekanntesten und beliebtesten Tiere weltweit – doch der schwarz-weiße Bär ist vom Aussterben bedroht.

Seit 1982 ziert das drollige Säugetier auch Anlagemünzen. Die People’s Bank of China entwickelte die Idee, auch Anlagemünzen mit chinesischen Motiven anzubieten und so veröffentlichte die Volksrepublik China 1982 mit der China Mint zusammen die Panda-Goldmünzen. Seit 2006 veröffentlicht die China Gold Coin Inc. diese Münzserie. Hergestellt werden die Münzen in zwei unterschiedlichen Prägeanstalten: der Shanghai Mint und der Shenyang Mint. Aufgrund dessen gibt es minimale Unterschiede in den Prägebildern und der Verpackung.

Die Motive des China Panda
Jedes Jahr zeigt die Münze ein neues Motiv mit einem oder zwei Pandas – ausgenommen 2001 und 2002, diese Jahre haben identische Prägebilder. Die erste Goldmünze der Serie trägt keinen Nennwert, jedoch haben seit 1983 alle Münzen ein Nominal. Eine Ausnahme bilden die Münzen einer Kleinstauflage für die chinesische Regierung. Münzen dieser Auflage gelten als Gastgeschenke und tragen keinen Nennwert. Die Kopfseite zeigt die „Halle des Erntegebetes“ des Himmelstempelkomplexes aus Peking. Über dem beeindruckenden Tempel mit dreistufigem Dach steht in chinesischen Schriftzeichen „Volksrepublik China“ und unter dem Gebäude das entsprechende Prägejahr. Während sich der Schriftzug gestalterisch leicht verändert hat, blieb die Tempeldarstellung dieselbe. Sowohl das jährliche Pandamotiv als auch der Tempel werden ebenfalls für die Silber-, Platin- und Palladiummünzen genutzt. Ebenso gibt es Prägungen aus einem Zusammenschluss von Silber und Gold.

1986 erschien der Panda erstmals nicht nur als Stempelglanzmünze, sondern auch mit der Mintmark P gekennzeichnet als Proof-Goldmünze. Bis 1994 hatten die beiden Münzvarianten dasselbe Motiv, 1995 zeigt die Proof-Münze genau wie 1996 zwei völlig andere Motive, welche seither nicht nochmals als Stempelglanzmotiv verwendet wurden. Seit 2002 werden jedoch keine Proof-Goldpandas mehr hergestellt.

Warum hat der China Panda keine Gewichtangabe in Unzen?
Seit dem Prägejahr 2015 beinhaltet das Design der Pandamünzen keine Gewichtsangaben mehr in Unzen, da Unzengewichte auf chinesischen Münzen aufgrund des „Measurement Laws“ nicht mehr zulässig sind. Daher müssen Gewichte in Kilogramm, Gramm oder überhaupt nicht angegeben werden. Grund hierfür ist unter anderem eine weitere Distanzierung vom Commonwealth. Statt den üblichen Stückelungen, angefangen bei 1/20oz, gibt es den Panda nun in 1g, 3g, 8g, 15g, 30g, 50g, 100g, 150g, 1.000g.

Jubiläumsprägungen
Zum 10-jährigen Jubiläum wurde eine Sonderprägungen mit einer Auflage von 2.500 Stück ausgegeben, zum 15. Jubiläum waren es sogar 3 Sonderprägungen in verschiedenen Größen. Zum 25. Jahrestag wurde ein Satz mit 25 Münzen ausgegeben, jede trug jeweils eines der bisher erschienenen Pandamotive. Sonderprägungen gibt es außerdem zu weiteren Jubiläumsjahren von beispielsweise Banken, zu Ausstellungen oder Messen.

Die Royal Australian Mint

Die Royal Australian Mint (RAM) ist eine Münzprägeanstalt mit Sitz in der australischen Hauptstadt Canberra. Sie ist die einzige Münzprägestätte Australiens, die nicht als einer der Filialbetriebe der Royal Mint in London gegründet wurde.

Am 22. Februar 1965 eröffnete Philip, Duke of Edinburgh, das Gebäude der RAM. Erbaut wurde sie, um dort neue Münzen im Dezimalsystem zu prägen. Im Februar 1966 gelangten diese dann auch in den Umlauf.

Generell werden in der RAM ausschließlich Münzen hergestellt – es ist möglich, täglich 2 Millionen Münzen zu prägen. Seit der Eröffnung hat die Royal Australian Mint über 15 Milliarden Münzen produziert.

Es werden aber nicht nur australische Dollarmünzen für den täglichen Bezahlgebrauch hergestellt, sondern auch Währungen anderer Staaten: beispielsweise Neuseeland (allerdings nur 1969), die Cookinseln, Fidschi, Thailand, Bangladesch, Israel und Tokelau. Ebenfalls prägte die australische Münzprägestätte die 200-Centavo-Münze von Osttimor.

Zudem prägt die RAM Sammlermünzen, welche zwar in Australien ein gesetzliches Zahlungsmittel sind, allerdings nicht als solches genutzt werden. Es handelt sich eher um Geschenke, Souvenirs oder Sammlungsobjekte mit verschiedenen Themen und in diversen Ausführungen.

Die RAM bietet aber auch eigene Premiumprodukte an, welche sie als künstlerisch und technisch aufwendig beschreibt. Es handelt sich um Edelmetallmünzen mit feiner Prägung.

Doch ebenso werden klassische Anlagemünzen in großen Mengen geprägt. Beispiele sind die Beneath the Southern Skies Münzen in Gold und Silber, sowie der Australian Desert Scorpion und die Australia’s Coat of Arms Münzen.

Ab Oktober 2006 wurde die RAM für 41,2 Millionen AUD umgebaut. Die Umbauten betrafen das Produktionsgebäude und das Verwaltungsgebäude. Es entstand zudem ein neues Besucherzentrum. 2009 wurden die Umbauarbeiten dann beendet und das neue Besucherzentrum konnte für die Touristen in Betrieb genommen werden. Besichtigt werden kann die Münzprägestätte zu ihren Öffnungszeiten von allen, die sich für die Geschichte und die Herstellung der Münzen interessieren.

Die Maple Leaf Anlagemünze

Seit 1979 gibt es die kanadische Anlagemünze Maple Leaf mit dem berühmten Abbild des Ahornblattes. Geprägt wird sie von der Royal Canadian Mint.

Zu Beginn war die Goldmünze Maple Leaf aus 99,9er Gold. Sie erfreute sich jedoch schnell großer Beliebtheit und 1982 wurde der Feingehalt auf 99,99% Feingold angepasst. Maple Leaf Goldmünzen zählen als Anlagegold und können daher in Deutschland mehrwertsteuerfrei gehandelt werden.

Das Design des goldenen Maple Leaf
Auf der Kopfseite der ist das Portrait der englischen Königin Queen Elisabeth II abgebildet. Dieses wird regelmäßig dem äußeren Erscheinungsbild des Staatsoberhauptes angepasst. Außerdem ist der Nennwert der Münze in kanadischen Dollars aufgeprägt sowie das Prägejahr.

Auf der Zahlseite ist das kanadische Flaggensymbol abgebildet: das detailreich dargestellte Ahornblatt. Darüber steht das Ausgabeland der Münze „Canada“, darunter finden sich Angaben zum Gewicht der Münze, links und rechts neben dem Blatt ist jeweils der Feingehalt angegeben. Darunter steht rechts auf Englisch „Fine Gold“ und rechts auf Französisch „Or Pur“. Der Rand der Münze ist geriffelt.

Um die Münze sicherer zu gestalten, wurde im Prägejahr 2014 ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal eingeführt. Rechts unter dem Ahornblatt befindet sich nun ein weiteres kleines Ahornblatt, in welchem das Prägejahr eingebettet ist. Seit dem Prägejahr 2015 sind die glatten Oberflächen nicht mehr glatt, sondern sehr fein geriffelt. Dies soll ebenso vor Fälschungen schützen.

Seit dem Prägejahr 2014 bietet die Royal Canadian Mint das Maple Leaf nicht mehr nur in 1oz, 1/2oz 1/4oz, 1/10oz und 1/20oz an: das MapleGram erschien. Die Sammelblister enthalten 25 Stück 1g Maple Leaf Minigoldmünzen mit einem Durchmesser von 8mm. Die 1g Maple Leaf Goldmünzen sind jeweils einzeln in einem, vom Sammelblister abtrennbaren, eigenen Blister verpackt.

Big Maple Leaf
2007 wurden außerdem sechs Big Maple Leaf geprägt. Mit einem Gewicht von 100kg und dem Nennwert von 1 Million Kanadischen Dollar gehört sie zu den vier größten Goldmünzen der Welt. Eine der Münzen befindet sich in Ottawa, eine ist im Besitz der Queen selbst und die anderen wurden an Privatpersonen verkauft. Eine der Münzen wurde 2010 von einem Besitzer an das Bode-Museum in Berlin verliehen. Am 27. März 2017 wurde aus dem Münzkabinett des Bode-Museums in Berlin die Big Maple Leaf Münze gestohlen. Zwar wurden die Täter gefasst, jedoch bleibt die Münze verschollen. Es wird davon ausgegangen, dass sie eingeschmolzen wurde.

Die silberne Maple Leaf Münze
Im Jahre 1988 brachte die „Royal Canadian Mint“ in Erstauflage die Maple Leaf 1 Unzen Silbermünze auf den Markt.

Design der Silbermünze
Auch hier zeigt die Zahlseite eine naturnahe Abbildung des Ahornblattes. Darüber steht „Canada“, darunter steht links „Fine Silver“ und rechts „Argent Pur“. Aufgrund der Zweisprachigkeit Kanadas finden sich also englische und französische Angaben im Prägebild wieder. Mittig zwischen diesen Angaben steht die Gewichtsangabe 1 oz. Die Reinheitsangabe befindet sich jeweils links und rechts vom Ahornblatt.

Auf der Kopfseite befindet sich ein Porträt von Königin Elisabeth II, welches wie bei der Goldmünze dem äußeren Erscheinungsbild der Königin angepasst wurde.

Sonderauflagen
Üblich sind die Ein-Unzen-Münzen, doch zum 10-jährigen Jubiläum erschien eine einmalige Sonderedition. Es handelt sich hierbei um 13.533 mal eine 10 Unzen Maple Leaf Münze.

Zudem gibt es zwei Münzen mit polierter Platte: 1989 in einer Auflage von 30.000 Exemplaren zum 10. Jahrestag der Gold Maple Leaf Münze und 2010 gab es eine Reverse Proof Münze.

Der SuperLeaf™
Im Jahre 2015 wurde die SuperLeaf™ geprägt: Eine 1,5oz schwere Maple Leaf Version. Der Durchmesser gleicht der 1 Unzen Silbermünze, der SuperLeaf™ ist aber 4,5mm dick und das Ahornblatt wird im Prägebild leicht verändert dargestellt.

Die Platin Maple Leaf Münze
Seit 1990 prägt Kanada Platinmünzen aus 999er Feinplatin: Neben den Gold Maple Leaf, Silber Maple Leaf und Palladium Maple Leaf gibt es also auch eine Platin Maple Leaf Münze in den gängigen Stückelungen 1/20oz, 1/10oz, 1/4oz, 1/2oz und 1oz.

Die Palladium Maple Leaf Münze
Die Royal Canadian Mint startete 2005 mit der Ausgabe des bekannten Maple Leaf Motivs auf einer Palladiummünze.

Anlagemünzen im Vergleich

Anlagemünzen bestehen aus Edelmetallen und werden auch Bullionmünzen genannt. Sie werden in einer hohen Auflage geprägt und zu Anlagezwecken erworben – sie zählen also für gewöhnlich nicht zu den Sammlermünzen.

Das Erscheinungsbild der Münzen bleibt überwiegend gleich und der Aufschlag auf den Edelmetallpreis ist sehr gering – er resultiert aus den Herstellungskosten und dem Vertrieb der Münzen.
Im Normalfall tragen Anlagemünzen einen Nennwert in einer offiziellen Landeswährung, eine Angabe zum Feingewicht und Herkunftsland, das Prägejahr, zusätzlich noch den Feingehalt und natürlich ein Bildmotiv. Der Nennwert ist deutlich geringer als der Edelmetallpreis zum Ausgabezeitpunkt, weist aber darauf hin, dass die Münze von einer offiziellen Stelle ausgegeben wurde. Dies ist der Fall, da nur staatlich autorisierte Prägeanstalten eine Währungsangabe auf Münzen prägen dürfen, somit ist auch die Unterscheidung zu Medaillen gegeben. Dadurch sind Anlagemünzen theoretisch ein offizielles Zahlungsmittel, aber natürlich werden sie im normalen Zahlungsverkehr nicht genutzt, da der Materialwert, wie zuvor beschrieben, höher ist als der Nennwert. Zu den Anlagemünzen gehören auch Münzbarren, die aufgrund der Form wie Barren aussehen, aber durch die Prägung aller, für eine Münze relevanten Informationen vor dem Gesetz als solche gelten.

Beispiele für beliebte Anlagemünzen

Eine der bekanntesten Anlagemünzen ist der Krugerrand (Krügerrand). Seit 1967 wird die Goldmünze jährlich geprägt, 2017 kamen die Silber- und Platinvarianten dazu. Bereits 1892 entwarf der deutsche Münzmeister Otto Schultz in Berlin die Kopfseite der Münze. Sie zeigt den Präsidenten der südafrikanischen Republik Paul Kruger. Dieses Abbild verwendet die Münze bis heute und ist nach Kruger und dem Zahlungsmittel in Südafrika, dem Rand, benannt. Die Rückseite zeigt Südafrikas Nationaltier, die Springbockantilope. Zudem hat der Krugerrand in Gold eine charakteristische Rotfärbung. Diese kommt daher, dass der Feingehalt bei 916,67/1000 liegt und der Münze zusätzlich zur Unze Feingold Kupfer beigemischt wird. Dies ist sowohl der Grund für das leichte Übergewicht der Münze mit 33,93 g bei 31,10g Feingold, für die rötliche Verfärbung als auch für eine höhere Kratzfestigkeit. Der Krugerrand gilt als offizielles Zahlungsmittel, trägt jedoch keinen geprägten Nennwert. Dieser wird werktags täglich von offizieller Seite in Bezug zum aktuellen Marktpreis von Gold neu festgesetzt. Silber- und Platinkrügerrand tragen im Gegensatz dazu einen Nennwert von 1 bis 10 Rand.

Begonnen hat der Goldkrugerrand 1967 mit 40.000 Münzen in Bullionqualität und 10.000 Münzen aus der Fertigung „Polierte Platte“. 1980 wurde zudem die Stückelungen erweitert – begonnen bei 1/10oz, über eine ¼ und ½ oz bis hoch zur ganzen Unze. In den Jahren 1974 bis 1984 betrugen die Produktionszahlen zwischen zwei und sechs Millionen Stück. 1986 wurde ein Einfuhrverbot der EU und USA für den Krugerrand beschlossen und die Produktionszahlen brachen ein. Viele der Münzen wurden in gleichwertige andere Anlagemünzen eingetauscht und viele Krügerrand-Münzen eingeschmolzen. Es kam zu einem Preisabschlag der Münze. Seit 1999 wurde das Verbot aufgehoben und die Auflagezahlen steigen seitdem wieder an, haben die früheren Höchstzahlen aber bisher nicht erreicht. Heute hat der Krugerrand den größten Marktanteil unter den Bullionmünzen aus Gold inne. Zum 50sten Jubiläum 2017 wurde das Angebot erweitert. Neben einer Feinunze Silber und Platin wurde auch das Goldsortiment angepasst: 1/50, 1/20, 1/10, 1/4, ½, 1 und 2 Unzen, zudem auf 50 Stück limitiert 50oz.

Das Maple Leaf ist eine der kanadischen Anlagemünzen, die ihren Namen vom Blatt des Zuckerahorns und der kanadischen Flagge hat. Diese Münzserie startete 1979 als eine Unze in Gold, 1988 kamen die Varianten Silber und Platin dazu. Seit 2005 gibt es auch ein Palladium Maple Leaf. Die Bullionmünze gilt nach dem Krugerrand als beliebteste Anlagemünze. Die Standardstückelung in Gold reicht von 1g, über 1/20oz, 1/15oz, 1/10oz, ¼oz, 1/2oz bis hin zu 1 Unze – wobei die 1/15oz Version nur einmalig 1994 geprägt wurde. Als Prägestätte gilt die Royal Canadian Mint. Neben dem Konterfei von Königin Elizabeth II auf der Kopfseite ist auch der Nennwert zu erkennen. Auf der Zahlseite ist das Ahornblatt zu sehen, sowie das Gewicht und der Feingehalt. Letzterer wurde im Laufe der Jahre angepasst. Gestartet ist er bei 999, ab 1982 waren es bereits 999,9 und 2007 erschien eine Spezialedition mit besonderem Motiv und dem Feingehalt von 999,99. 2008 und 2009 erschienen weitere Editionen aus der Fünf-Neuner-Reihe. Seit 2013 trägt die 1oz Münze ein zusätzliches optisches Sicherheitsmerkmal. Auf der Rückseite der Münze neben dem Stiel des Ahornblattes befindet sich ein zweites, sehr kleines Ahornblatt. Es trägt die beiden letzten Ziffern des Ausgabejahres. 2007 wurden sechs Maple Leaf von 100kg und einem Nennwert von 1 Million kanadischen Dollar geprägt. Diese Münze gehört zu den vier größten Goldmünzen der Welt. Eine behielt die Canadian Mint, eine weitere wurde 2010 für 3,27 Millionen Euro vom Edelmetall-Handelshaus Oro Direct ersteigert. Im Besitz von Königin Elizabeth II befindet sich ebenfalls eine der Münzen und zwei weitere in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bis 2017 befand sich die letzte Münze im Privatbesitz – sie war als Leihgabe seit 2010 im berliner Bode-Museum ausgestellt. 2017 wurde sie jedoch gestohlen und die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass sie in Teilstücken verkauft wurde.
Seit 1988 gibt es das Maple Leaf auch in Silber mit einem Nennwert von 5 kanadischen Dollar, jedoch nur zu einer Unze. Lediglich zum 10-jährigen Jubiläum wurde eine Sonderedition von 10oz und einem Nennwert von 50 kanadischen Dollar geprägt. Im selben Jahr startete auch die Produktion des Platin Maple Leaf in derselben Stückelung und mit denselben Nennwerten wie die Goldmünze. 1999 wurde die Produktion jedoch eingestellt. 2002 folgte eine Sonderausgabe der Platinmünze und seit 2009 wird sie wieder zu einer Unze geprägt.
Eine Unze Palladium Maple Leaf ist seit 2005 ebenfalls in einer geringen Auflage erhältlich.

Seit 2007 ist der Cook Islands Münzbarren als Anlagemünze in Silber erhältlich. Die Münze in Form eines Barrens gilt als offizielles Zahlungsmittel auf den Cook Islands. Dieser Münzbarren gilt als der erste seiner Art. Die Gewichtseinheiten bis 500g werden geprägt, während die 1kg, 100oz und 5kg Varianten gegossen werden.

Weitere Münzen, die als Anlagemünzen gelten, sind beispielsweise der American Eagle, der American Buffalo, die Australian Kangaroo Münze oder die Arche Noah.

Gold- und Silbermünze Australia’s Most Dangerous – Redback Spider, 1oz, 2020

Die australische Münzprägeanstalt „Royal Australian Mint“ (RAM) legt in Kooperation mit der LPM zum ersten Mal die 1-Unzen-Gold- und Silbermünzen Redback Spider der Anlagemünzenserie „Australia’s Most Dangerous“ auf. Die Goldmünze Redback Spider ist weltweit auf nur 250 Stück und die Silbermünze auf nur 25.000 Stück limitiert. Der Feingehalt beträgt 99,99% Feingold bzw. 99,9% Feinsilber und das Feingewicht beläuft sich auf eine Unze bzw. 31,1 Gramm. Als offizielles Zahlungsmittel Australiens entspricht der Nennwert der Goldmünze 100 AUD und bei der Silbermünze 1 AUD.

Die Vorderseite beider Münzen zeigt das von Jody Clark gestaltete Abbild Ihrer Majestät, Königin Elizabeth II., sowie den Nennwert und das Prägejahr 2020. Auf der Rückseite ist eine Rotrückenspinne abgebildet, die sich an einem Faden herablässt. Im unteren Drittel der Münze ist der Name „REDBACK SPIDER“ in das Netz der Spinne eingelassen. Am rechten oberen Rand stehen das Feingewicht sowie der Feingehalt.

Die Redback Spider oder Rotrückenspinne kommt ursprünglich aus Australien und gehört zu der Gattung der „Echten Witwen“. Markantestes Merkmal der Spinne sind die namensgebenden roten Streifen auf dem Rücken. Die Rotrückenspinne, deren Gift für einen Menschen durchaus lebensgefährlich sein kann, zählt zu den giftigsten Spinnen Australiens.

Die weibliche Spinne erreicht eine Körperlänge zwischen 10 und 12 mm, wohingegen die männliche Spinne mit 3–4 mm wesentlich kleiner ist. Mit 3–4 Monaten ist die Rotrückenspinne geschlechtsreif. Im Labor können in 16 Wochen bis zu 2.500 Jungtiere hervorgebracht werden. Die Spinne ernährt sich vorwiegend von geflügelten Insekten, Weberknechten und kleineren Eidechsen. Das Opfer wird durch einen Biss getötet. Dabei wird ein Verdauungsenzym injiziert, durch welches sich das Opfer von innen her auflöst. Das Beutetier wird später durch die Spinne ausgesaugt. Die Spinne ist sehr giftig, wobei sich die Zahl der Bisse mit Todesfolge seit Beginn der Aufzeichnung, dank eines bestehenden Gegenmittels, auf nur 13 nachgewiesene Fälle beläuft.

Silbermünze Australian Wedge-tailed Eagle, 5oz, 2019, Polierte Platte, High Relief

Im Jahr 2014 legte die australische Münzprägeanstalt Perth Mint die Silbermünze Australian Wedge-tailed Eagle (Keilschwanzadler) mit einem Feingewicht von 1oz zum ersten Mal auf. Die erste Auflage im Jahr 2014 war limitiert auf 50.000 Stück und ist inzwischen zu einer Rarität geworden. Ab 2015 wird die Silbermünze Wedge-tailed Eagle unlimitiert geprägt. Das Motiv der Münze wechselt jährlich und zwischenzeitlich wird der Keilschwanzadler auch in Gold und Platin aufgelegt.

Die auf nur 2.500 Stück limitierte Silbermünze „Wedge-tailed Eagle“ 5oz, 2019 (PP/HR) wird mit einem Feingehalt von 99,99% ausgegeben. Das Gewicht von 5oz entspricht einem Feingewicht von 155,53 Gramm reinem Silber. Auf der Rückseite der Silbermünze ist ein Keilschwanzadler im Flug mit ausgebreiteten Flügeln zu sehen, im Hintergrund sind stilisierte Sonnenstrahlen abgebildet. Am unteren Rand der Münze ist das Prägejahr, Gewicht und die Feinheit geprägt. Das Münzzeichen „P“ der Prägeanstalt ist am linken Rand der Silbermünze zu finden.
Die Vorderseite der Münze zeigt das von Jody Clark gestaltete Abbild Ihrer Majestät, Königin Elizabeth II., sowie den Nennwert von 8 AUD.

Die Besonderheit der Silbermünze ist die konkave Prägung, wodurch das Abbild des Australian Wedge-tailed Eagle besonders hervorgehoben wird. Die Münze wird in einer repräsentativen Designverpackung geliefert.

Der Wedge-tailed Eagle oder Keilschwanzadler gehört zu der Familie der Habichtarten und ist in etwa so groß wie ein Steinadler. Er hat einen keilförmigen Schwanz und erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 2,30m bei einem Gewicht von ca. 3–5kg. Der Wedge-tailed Eagle ist in ganz Australien, einschließlich Tasmanien und im äußersten Süden von Neuguinea verbreitet. Das entspricht einem Verbreitungsgebiet von ca. 7,68 Mio. km².

Der Keilschwanzadler ernährt sich überwiegend von mittelgroßen, auf dem Boden lebenden Säugetieren, wie zum Beispiel kleinen Kängurus, Hasen aber auch größere Tiere wie Ziegen- und Schaflämmer. Für Jungtiere steht zumeist Aas auf dem Speiseplan. In der Regel gehen Keilschwanzadler alleine, maximal zu weit auf die Jagd. Es wurde aber auch schon eine Gruppe von bis zu 15 Adlern bei der Jagd auf ein rotes Riesenkänguru beobachtet.

Seine Art ist mit über 100.000 Vögeln nicht gefährdet.