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Verborgene Haushaltsschätze aus Edelmetall

Silberbesteck, geerbte Münzen, ausgedienter Schmuck und Zahngold – all das und noch viele andere Dinge sind aus Edelmetall. Ohne zu wissen, wie wertvoll die eigenen Habseligkeiten aufgrund der, in den letzten Jahren gestiegenen Edelmetallpreise inzwischen sind, verstauben sie oft in der Ecke, verschwinden in Kisten im Keller oder in Schubladen. Doch eigentlich lassen sie sich in bares Geld verwandeln.

Wenn Besitztümer wie diese nicht mehr benutzt oder getragen werden, bietet sich als Alternative der Verkauf bei einer Edelmetallschmelze an. „Besonders wenn die Gegenstände nicht makellos oder zeitgemäß aussehen, glauben viele Besitzer an einen geringen Ertrag. Das ist ein Irrtum, denn der Wert der verarbeiteten Edelmetalle wie Gold, Silber oder Platin bleibt erhalten und die Auszahlung der Materialien kann sich deshalb lohnen“, erklärt Dominik Lochmann, Geschäftsführer der ESG.

Ein Blick auf den Dachboden oder in Kisten mit aussortierten Gegenständen und schon könnten Sie fündig werden. So stellt sich beispielsweise die lang vergessene Sammlung an Schmuck, Münzen oder Zinnfiguren als wahre Goldgrube heraus. Auch das nicht mehr verwendete Silberbesteck hat einen Wert, aber in vielen anderen Alltagsgegenständen verbergen sich oft ebenfalls wertvolle Materialien. Doch wie lassen sie sich von wertlosem Krempel unterscheiden? „Wer schon grob den Wert des eigenen Schmuckstücks einschätzen möchte, wirft einen Blick auf die sogenannte Punzierung, also die eingeprägte dreistellige Zahl. So enthält 333er Gold beispielsweise ein Drittel des wertvollen Edelmetalls und in 925 Silber beträgt der Silberanteil genau 92,5 Prozent“, so Dominik Lochmann. Im Internet gibt es inzwischen sogar hilfreiche Rechner, die anhand der Punzierung und des Gewichts einen wahrscheinlichen Verkaufspreis ermitteln.

Wie aus altem Edelmetall bares Geld wird
Um einen fairen Betrag für seinen Fund zu erhalten, sucht man am besten eine Edelmetallschmelze auf. Juweliere und andere Ankaufstellen agieren letztendlich nur als Zwischenhändler, da sie die Wertsachen ebenfalls an Schmelzen weiterverkaufen. Um dabei Gewinn zu machen, zahlen diese Zwischenhändler dem ursprünglichen Besitzer natürlich einen niedrigeren Preis. Viele der Gegenstände bestehen in der Regel auch nicht aus den reinen Edelmetallen wie beispielsweise Silber, Gold oder Platin. Um sie härter und robuster zu machen oder ihre Farbe zu verändern, werden oftmals Palladium oder andere Metalle wie Kupfer hinzugegeben. So erhält man aus Gold und Kupfer unter anderem Rotgold. Edelmetallschmelzen ermitteln mithilfe einer sogenannten Röntgenfluoreszenzanalyse innerhalb weniger Sekunden den genauen Anteil aller enthaltenen Materialien und zahlen aktuelle und transparente Edelmetall-Ankaufspreise aus.

Allgemeine Gold- und Silberscheideanstalt AG

Die Allgemeine Gold- und Silberscheideanstalt AG – kurz Agosi – zählt mit über 20.000 Einsendungen und einer Aufarbeitungskapazität von 2.000 Tonnen Scheidgut jährlich zur Spitze der europäischen Scheideanstalten. Fairness, Transparenz und Nachhaltigkeit spielen für das Edelmetallunternehmen stets eine tragende Rolle.

Die Agosi wurde am 20.01.1891 von elf namhaften Schmuck- und Uhrenfabrikanten aus der Goldstadt Pforzheim gegründet. Ziel der Gründung war die Etablierung einer unabhängigen Scheideanstalt in Pforzheim, die auch komplexere Materialien aufarbeiten konnte.

Seit 1938 betreibt die Agosi ebenfalls eine Betriebsstätte für Basismetalle. Im zweiten Weltkrieg nahm die Stadt Pforzheim, neben Dresden und Hamburg, den größten Schaden und wurde fast komplett zerstört. Auch das Gebäude der Agosi blieb nicht verschont. Erst im Jahre 1946 war es wieder aufgebaut.

Im Laufe der Jahre hat sich die Agosi immer weiterentwickelt und erhielt 1989 die Akkreditierung durch die London Bullion Market Association (LBMA) für die Herstellung von Good Delivery Barren in Feingold und Feinsilber. Im Jahr 1991 feierte die Pforzheimer Scheideanstalt bereits das 100. Jubiläum und gehört inzwischen zu den führenden Scheideanstalten in ganz Europa.

Durch die Schließung des Degussa Standortes wurde 1993 das Schmuckmetallgeschäft übernommen und in den Verbund integriert. Im Jahr 2003 übernahm die belgische Umicore einen Großteil der Aktien. Das Spektrum der Agosi wurde von der reinen Edelmetallaufarbeitung bis hin zur Halbzeugherstellung ausgeweitet. Heute gehört sie zu den führenden Kreislaufanbietern für Edelmetalle und Edelmetallservices in Europa.